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Sz. 3. König Lear. 379
Rebelliſch dieſem hocherlauchten Fuͤrſten, Und von dem hoͤchſten Wirbel deines Haupt's Zu deiner Sohle tiefſtem Staub herab Ein krotengift ger Bube. Sagſt du Nein, Dies Schwert, mein Arm, mein beſter Muth ſind fertig, Waos ich gezeugt, auf's Haupt dir zu beweiſen: Du luͤgſt. Edm. Dem Brauch' nach ſollt' ich deinen Namen fragen;
Doch weil dein Aeußres alſo ſchoͤn und krieg'riſch Und Ritterſchaft aus deiner Rede ſpricht,— Was ich mit Fug und Vorſicht wohl verweigert, Nach Recht des Zweikampfs, das will ich verachten. In deine Zähne ſchleudr' ich den Verrath, Werf' dir ins Herz zuruͤck die Höͤllenluͤge; Verrath im Streifen hat mich kaum beruͤhrt: Run ſoll mein Schwert ihm gleich die Staͤtte bahnen Wo er auf ewig ruh'n ſoll. Blaſt, Trompeten!—
(Getümmel; ſie fechten; Edmund fällt.)
Alb. O rettet ihn! Gon. Du fielſt durch Hinterliſt, Nach Recht des Zweikampfs brauchſt du nicht zu ſtehn Dem unbekannten Gegner: nicht beſiegt, Getäuſcht, betrogen biſt du. Alb. Weib, ſchweigt ſtill,
Sonſt ſtopft dies Blatt den Mund Euch.
(zu Edmund.) Seht hierher! C(zu Goneril.) Du ſchaͤndlichſte! Lies deine Unthat hier: Zerreißt es nicht! Ich ſeh', Ihr kennt dies Blatt. (er giebt den Brief an Edmund.) on. Und wenn auch, das Geſetz iſt mein, ni in; Wer darf mich richten? x Alb. Scheuſal! Alſo kennſt dus? Gon. Frag' mich nicht, was ich kenne. Cſie geht ab.) Alb. Geh', folg' ihr; ſie iſt außer ſich: bewacht ſie! Edm. Weß du mich angeklagt, ich hab's gethan, Und mehr, weit mehr; die Zeit enthuͤllt es bald,— Sie iſt am Schluß und ſo auch ich. Doch wer biſt du,


