Teil eines Werkes 
Achter Theil (1832) Die lustigen Weiber von Windsor
Entstehung
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378 Rönig Lear, A. V.

Alb. Ein Herold, ho!

.(Ein Herold tritt auf.) Vertrau' allein dem eignen Arm; dein Heer, Wie ich's auf meinem Namen warb, entließ ich's In meinem Namen.

Reg. Dieſe Krankheit wächſt! Alb. Ihr iſt nicht wohl; geht, fuͤhrt ſie in mein Zelt! (Regan wird weggebracht.) Herold, tritt vor! Laß die Trompete blaſen! Und lies dies laut! (die Trompete wird geblaſen; der Herold lieſt.) Wenn irgend ein Mann von Stand oder Rang im Heer, wider Edmund, den angeblichen Grafen von Gloſter, behaup⸗ ten will, er ſey ein vielfacher Verraͤther; der erſcheine beim dritten Trompetenſtoß: Er iſt bereit ſich zu vertheidigen. Edm. Blaſe! Zerold. Noch einmal! Noch einmal! Ceine andre Trompete antwortet hinter der Bühne; darauf tritt Edgar bewaffnet auf; ein Trompeter geht vor ihm.) Alb. Fragt, was er will, warum er hier erſcheint Auf der Trompete Ladung? Zerold. Wer ſeyd Ihr? Eu'r Nam'? Eu'r Stand? Warum antwortet Ihr Auf dieſe Ladung? Edg. Wißt, mein Nam' erloſch, Zernagt vom gifi'gen Zahne des Verraths; Doch bin ich edel wie mein Widerpart, Dem ich Kampf biete. Alb. Welchem Widerpart? Edg. Wer iſt's, der fur Edmund, Graf Gloſter, ſpricht? Edm. Er ſelbſt, was willſt du ihm? Edg. So zieh' dein Schwert, Daß, wenn mein Wort ein edles Herz verletzt, Dein Arm dir Recht verſchafft; hier iſt das meine. Denn alſo iſt das Vorrecht meines Standes Des Ritterſchwures und Berufs: dich zeih' ich Trutz deiner Stärke, Jugend, Wuͤrd' und Hoheit, Trutz deinem Siegerſchwert und neuem Gluͤck, Wie Kraft und Muth dich ziert, du ſeyſt Verräther, Falſch deinen Göttern, deinem Bruder, deinem Vater,