Teil eines Werkes 
Achter Theil (1832) Die lustigen Weiber von Windsor
Entstehung
Einzelbild herunterladen

Sz. 4. enig Lear. 365

(Ein Ebelmann mit Bedienten tritt auf.)

Edelm. O hier, hier iſt er. Haltet ihn! Mylord, Eu'r liebſtes Kind

Lear. Wie, kein Entſatz? Gefangen? Bin ich doch Der wahre Narr des Gluͤcks. Verpflegt mich wohl, Ich geb' Euch Löſegeld. Schafft mir'nen Wundarzt, Ich bin in's Hirn gehau'n,

Edelm. Nichts ſoll Euch fehlen.

Lear. Kein Beiſtand, ganz allein? Da koͤnnte wohl der Menſch in ſalz'ge Thraͤnen Vergehn, wie Kannen ſeine Augen brauchend, Des Herbſtes Staub zu löſchen.

Edelm. Theurer Herr!

Lear. Brav will ich ſterben, wie ein Braͤut'gam; was? Will luſtig ſeyn; kommt, kommt, ich bin ein Konig, Ihr Herren, wißt Ihr das?

Edelm. Ein hoher Koͤnig und wir folgen Euch.

Lear. So iſt noch nichts verloren. Kommt: wenn ihr's haſchen wollt, ſo muͤßt ihr's durch Laufen haſchen. Sa, ſa,

ſa, ſal (Er läuft fort.) Edelm. Ein Anblick jammervoll am aͤrmſten Bettler, An einem Koͤnig namenlos. Du haſt Ein Kind, Durch das die Welt vom grauſen Fluch erloͤſt wird, Den Zwei auf ſie gebracht. Edg. Heil, edler Herr! Edelm. Seyd kurz mein Freund! Was wollt Ihr? Edg. Vernahmt Ihr Herr, ob's bald ein Treffen giebt? Edelm. Nun, das iſt weltbekannt, ein Jeder weiß es, Der Ohren hat zu hoͤren. Edg. Doch erlaubt, Wie nahe ſteht der Feind? Edelm. Nah und in ſchnellem Anmarſch, ſtuͤndlich kann Die Hauptmacht hier ſeyn. Edg. Dank Euch! Das war Alles. Edelm. Weilt gleich die Koͤnigin aus Gruͤnden hier, Iſt doch das Heer ſchon vorgeruͤckt. Edg. Ich dank' Euch. (Edelmann geht ab.)