Teil eines Werkes 
Achter Theil (1832) Die lustigen Weiber von Windsor
Entstehung
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Konig Leat.. m.

Die mehr mich ſchmerzen. Doch ich geh' hinein, Geh', Burſch, voran!— Du Armuth ohne Dach,— Nun, geh' doch! Ich will beten und dann ſchlafen.

.(Der Narr geht in die Hütte.) Ihr armen Nackten, wo ihr immer ſeyd, Die ihr des tuͤck ſchen Wetters Schlaͤge duldet, Wie ſoll eu'r ſchirmlos Haupt, hungernder Leib, Der Lumpen offne Bloͤß' euch Schutz verleihn Vor Stuͤrmen, ſo wie der? O daran dacht' ich Zu wenig ſonſt!— Nimm Arzenei, v Pomp. Bieb Preis dich, fuͤhl einmal, was Armuth fuhlt, Daß du hinſchutt'ſt fur ſie dein Ueberfluͤß'ges, Und retteſt die Gerechtigkeit des Himmels!

Edg.(drinnen.) Anderthalb Klafter! Anderthalb Klaf⸗ ter! Armer Thoms!

Narr,(indem er aus der Hütte läuft.) Geh' nicht hinein, Gevatter! Hier iſt ein Geiſt! Huͤlfe! Huͤlfel

Rent. Gieb mir die Hand.— Wer iſt da?

Narr. Ein Geiſt, ein Geiſt! Er ſagt, er heiße armer Thoms.

Rent. Wer biſt du, der im Stroh hier murmelſt? Komm heraus!— (Edgar tritt auf, als Wahnwitz'ger.)

Edg. Hinweg! Der böſe Feind verfolgt mich.

Durch ſcharfen Hagedorn ſauſ't der kalte Wind: Hu!— Geh' in dein kaltes Bett und waͤrme dich!

Lear. Wie? Gabſt du alles deinen beiden Toͤchtern? Und kam'ſt du ſo herunter?

Edg. Wer gicbt dem armen Thoms was?— den der boͤſe Feind durch Feuer und durch Flammen gefuͤhrt hat, durch Fluth und Strudel, uͤber Moor und Sumpf, der ihm Meſſer unters Kiſſen gelegt hat und Schlingen unter ſeinen Stuhl; der ihm Rattengift in die Suppe that, der ihm Hoffarth eingab, auf einem braunen trabenden Roß uͤber vier Zoll breite Stege zu reiten, und ſeinem eignen Schatten, wie einem Verräther nachzujagen. Gott ſchuͤtze deine fuͤnf Sinne! Thoms friert.(Vor Froſt ſchaudernd.) Gott ſchuͤtze dich vor Wirbelwinden, vor. boͤſen Sternen und Seuchen! Gebt dem armen Thoms ein Almoſen, den der boͤſe Feind heimſucht: hier könnt' ich ihn jetzt haben und hier— und da,— und hier wieder,— und hier.—