Teil eines Werkes 
Achter Theil (1832) Die lustigen Weiber von Windsor
Entstehung
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22 Die luſtigen Weiber A. II.

Fr. Fluth. Wenn ich nur fuͤr eine kurze Ewigkeit zur Hölle fahren wollte, ſo könnte ich zur Ritterwuͤrde kommen.

e Was, du lugſt, Sir Alir Fluth! Nun, um ſolche Ritterſchaft ſtehts oft nur flitterhaft; und ich dächte, im Punct deiner Haus-Ehre ließeſt du's beim Alten.

Fr. Fluth. Ich ſehe, wir verſtehn uns nicht, liebes Kind; da hier, lies, lies: ſieh nur, wie! Ich werde um ſo ſchlechter von den fetten Mannsleuten denken, ſo lange ich noch ein Auge habe, der Mannsbilder Geſtalt zu unterſchei⸗ den. Und doch fluchte er nicht; lobte die Sittſamkeit der Frauen, und ſprach ſo anſtaͤndige und wohlgeſetzte Verachtung alles Unſchicklichen aus, daß ich drauf geſchworen hätte, ſeine Geſinnung ſtimmte zum Ausdruck ſeiner Worte: aber die haben nicht mehr Zuſammenhang und paſſen nicht beſſer zu einander, als der hundertſte Pſalm und die Melodie vom ie Ermel. Welcher Sturmwind mußte uns dieſen

allfiſch mit ſo viel Tonnen Oel im Bauch an die Kuͤſte von Windſor werfen? Wie ſoll ich mich an ihm rächen? Ich denke, das Beſte wäre, ihn mit Hoffnung hinzuhalten, bis das ottloſe Feuer der boͤſen Luſt ihn in ſeinem eignen Fett zer⸗ ſimeiten hätte. Haſt du je ſo etwas gehört?

Fr. Page. Ein Brief wie der andre, nur daß die Namen

Fluth und Page verſchieden ſind. Zu deinem groͤßten Troſt

in dieſem Labyrinth von Leichtfertigkeiten, iſt hier der Zwil⸗ lingsbruder deines Briefs: aber laß nur deinen zuerſt erben, denn auf meine Ehre, der meinige ſoll es nie. Ich wette, er hat ein ganzes Tauſend ſolcher Briefe mit leeren Plaͤtzen fur die verſchiednen Namen; und gewiß noch mehr; und dieſe ſind von der zweiten Auflage. Er wird ſie ohne Zweifel noch drucken laſſen, denn es iſt ihm einerlei, was er unter die Preſſe bringt, da er uns beide darunter bringen wollte. Lie⸗ ber möchte ich eine Rieſin ſeyn, und unter dem Berg Pelion liegen! Wahrhaftig, ich will ehr zwanzig treuloſe Turteltau⸗ ben finden, als Einen zuͤchtigen Mann.

F. Fluth. Seht doch, ganz derſelbige; dieſelbe Handſchrift, dieſelben Worte: was denkt er nur von uns? Fr. Page. Wahrhaftig, ich weiß nicht; es bringt mich

faſt ſo weit, mit meiner eignen Ehrbarkeit zu zanken. Ich muß mich anſehn, wie eine Perſon, die ich noch gar nicht kenne; denn wahrhaftig, häͤtte er nicht eine Seite an mir entdeckt, von der ich ſelber gar nichts weiß, er haͤtte es nicht gewagt, mit ſolcher Wuth zu entern.

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