Teil eines Werkes 
Achter Theil (1832) Die lustigen Weiber von Windsor
Entstehung
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Sz. 1. von Windſor. 21¹

beßre Sympathie? Laß birs genuͤgen, Frau Page,(wenn anders die Liebe eines Soldaten dir genuͤgen kann), daß ich dich liebe. Ich will nicht ſagen, bedaure mich; das iſt keine ſoldatenhafte Phraſe; aber ich ſage, liebe mich:

Der fuͤr dich wacht,

Bei Tag und Nacht

Aus aller Macht

Auf Kampf und Schlacht

uͤr dich bedacht, John Falſtaff. Welch ein Herodes von Judaa das iſt! O gottloſe, gottloſe Welt! Iſt er doch ſchon vom Alter faſt ganz aufgetragen, und gebehrdet ſich wie ein junger Liebhaber! Welch unbedach⸗ tes Betragen hat denn mit des Teufels Beiſtand dieſer flaͤ⸗ miſche Trunkenbold aus meinem Geſpräch aufgeſchnappt, daß er ſich auf dieſe Weiſe an mich wagen darf? Wahrhaftig er iſt kaum dreimal in meiner Geſellſchaft geweſen! as ſollt' ich ihm ſagen? Ich war doch damals ſparſam mit mei⸗ ner Luſtigkeit; der Himmel verzeihe mirs! Wahrhaftig, ich will auf eine Acte im Parlament antragen, um alle Män⸗ ner abzuſchaffen. Wie ſoll ich mich an ihm rächen? denn rächen will ich mich, ſo gewiß ſeine Eingeweide aus lauter Pudding zuſammengeſetzt find. (Frau Fluth kommt.)

Fr. Fluth. Frau Page! Wahrhaftig ich wollte eben zu Euch.

Fr. Page. Und wahrhaftig, ich zu Euch. Ihr ſeht recht uͤbel aus!

Fr. Fluth. Ei, das glaub' ich nimmermehr; ich kann das Gegentheil beweiſen.

Fr. Page. Mir kommts aber doch ſo vor.

Fr. Fluth. Nun gut, ſo mags denn ſeyn; aber wie ich ſage, ich könnte Euch das Gegentheil beweiſen. O, Frau Page, gebt mir einen guten Rath!

Fr. Page. Wovon iſt die Rede, Schatz?

Fr. Fluth. O, Schatz, wenn ſichs nicht an einer Klei⸗ nigkeit ſtieße, ſo könnte ich zu großer Ehre kommen!

Fr. Page. Schade was fuͤr die Kleinigkeit, Schatz; ſchlag die Ehre nicht aus: was iſts denn? Kuͤmmre dich nicht um die Kleinigkeit; nun, was iſts?