Teil eines Werkes 
Achter Theil (1832) Die lustigen Weiber von Windsor
Entstehung
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Sz. 3. von Windſor. 13

und ein Weiſer: Ich will den Bardolph nehmen, er ſoll trich⸗ tern und zapfen. Sprach ich ſo recht, mein Roland Hector?

Falſt. Thu das, mein guter Wirth.

Wirth. Ich habe geſprochen; laß ihn mitgehn. Laß mich dich ſchaͤumen und leimen ſehn. Ein Wort, ein Mannt Komm mit!(geht ab.) Falſt. Bardolph, geh mit ihm. Ein Bierzapf iſt ein gutes Gewerbe, ein alter Mantel giebt ein neues Wamms, 3 ein verwelkter Lakei einen friſchen Zapfer. Geh! Leb wohl!

Bard. S iſt ein Leben wie ich mirs gewuͤnſcht habe: ich werde ſchon fortkommen.(geht ab.)

Piſt. O ſchnoͤd' hungar'ſcher Wicht! Willſt du den Zapfen ſchwingen?

Nym. Er wurde im Trunk erzeugt: iſt das nicht ein ingeſſeſchter Humor?

Falſt. Ich bin froh, daß ich die Zunderbüchſe ſo los ge⸗ worden bin; ſeine Diebereien waren zu offenbar; ſein Mauſen war wie ein ungeſchickter Saͤnger, er hielt kein Tempo.

t n Der rechte Humor iſt, im wahren Monument zu ehlen.

Piſt. Aneignen nennt es der Gebildete: Stehlen? o pfui!»ne Feige fuͤr die Phraſe!

Ja, Ihr Herrn; ich fange an auf die Neige zu gerathen.

piſt. Kein Wunder, daß du dick und trube wardſt. Falſt. S iſt keine Huͤlfe; ich muß mein Gluͤck verbeſſern, ich muß Kuͤnſte erſinnen.

Piſt. Der junge Rabe ſchreit nach Fraß.

Falſt. Wer von Euch kennt Fluth in dieſer Stadt?

piſt. Den Wicht kenn' ich: gut iſt er von Gehalt. Falſt. Meine ehrlichen Jungen, ich will Euch ſagen, was mir vorſchwebt.

Piſt. Ein Wanſt von hundert Pfund.

Falſt. Keine Wortſpiele, Piſtol! Allerdings hat mein Wanſt es weit in der Dicke gebracht; aber hier iſt die Rede nicht von Wänſten, ſondern von Gewinnſten, nicht von Bicke, ſondern von Tuͤcke. Mit Einem Wort, ich habe im Sinn einen Liebeshandel mit der Frau Fluth anzufangen; ich wittre Unterhaltung bei ihr: ſie discurirt, ſie kommt ent egen, ſie

ſchielt mit dem Seitenblick der Auffordrung: ich conſtruire mir die Wendungen ihres vertraulichen Styls, und die ſchwierigſte