Teil eines Werkes 
Achter Theil (1832) Die lustigen Weiber von Windsor
Entstehung
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8 Die luſtigen Weiber A. I.

en Funf Sinne muͤſſt Ihr ſagen; pfui, uͤber ſolche gnoranz!

Bard. Und als er caput war, Sir, da ward er, wie wir zu ſprechen pflegen, auscaſſirt; und ſeine Coneluſionen gingen mit ihm durch die Lappen.

chmächt. Ja, lateiniſch ſpracht Ihr damals auch, aber das iſt alles Eins; ſo lange ich lebe, will ich mich nicht wie⸗ der beſaufen, als in ehrlicher, hoͤflicher, gottesfuͤrchtiger Ge⸗ ſellſchaft, weil mir das paſſirt iſt; und wo ich mich einmal wieder beſaufe, da will ichs mit ſolchen thun, die da Gottes⸗ furcht haben, und nicht mit verſoffnen Schelmen. So wahr Kott helfe, tas iſcht ein tugendhaftes

ind.

alſt. Ihr hort, wie man das alles laugnet, meine Herrn; Ihr hoͤrt es.

(Jungfer Anne Page kommt mit Wein; Frau Fluth und Frau Page.) ae Nein, Tochter, trag den Wein ins Haus, wir wollen drinnen trinken. (Anne Page geht.)

Schmaͤcht. O Himmel! das iſt Jungfer Anne Page!

Page. Wie gehts, Frau Fluth?

Falſt. Frau Fluth, bei meiner Treu, Ihr kommt recht zur guten Stunde: mit Eurer Erlaubnß, liebe Frau!

Cer küßt ſie.)

Page. Frau, heiß dieſe Herrn willkommen: kommt, wir haben eine warme Wildpaſtete zu Mittag; kommt, Ihr Herrn, ich hoffe, wir laſſen allen Mißmuth im Glaſe.

(Sie gehn hinein; Schaal, Schmächtig und Evans bleiben.)

Schmaächt. Ich wollte vierzig Schillinge drum geben, wenn ich mein Buch mit Liedern und Sonetten hier haͤtte. (Simpel kommt.)

Na, Simpel, wo haſt du geſteckt? ich ſoll mir wohl ſelbſt aufwarten, ſag einmal? Haſt du vielleicht das Räthſelbuch bei dir, haſt du's?

Simp. Das Räthſelbuch? Ei, habt Ihrs nicht der Elſe Kleinſemmel geliehen, auf letzten Allerheiligen, vierzehn Tage vor Michaelis?

Schaal. Kommt, Vetter, kommt Vetter, wir warten auf Euch. Ein Wort mit Euch, Vetter; hort einmal an, Vet⸗ ter; es iſt gleichſam ein Antrag, eine Art von Antrag im