Anmerkungen
Dieſes Spicken, 10 lard, welches ſo oft vorkommt, war damals nicht unedel, ſelbſt„von mit Blumen geſchmuͤckt“, Kraͤnze u. ſ. w. wird larding gebraucht, auch in der Tragoͤdie; hier iſt zugleich ein halbes Wortſpiel mit lards und lords.
The want that makes him 1eave,
wofuͤr die Neueren lean leſenz ich glaube nicht, daß hier ein Gegenſatz zwiſchen lards und lean ſtatt finden ſoll, ſondern der Mangel, ſagt Timon, iſt es, welcher verurſacht, daß man den Armen verlaͤßt, von ihm abfaͤllt.— Nimmt man die Folge der Gedanken ſo, ſo wird alles natuͤrlich, iſt gleich die Sprache geſucht und ſeltſam. Die Anmerkungen, die ſich hier draͤngen, ſind dann ziemlich uͤberfluſſig, denn ſie verwirren mehr, als ſie auftlaͤren.
S. 217.— dieſer fuͤhrt
Der uͤberjaͤhrigen Wittwe ꝛc.—
Wer dieſe Stelle mit dem Hriginal vergleicht, wird von ſelbſt finden, welchen Erklärungen der Ueberſetzer gefolgt iſt.
S. 224.—„Du wuͤrd'ſt ein Schurke und ein Schmeichler
ſeyn.“
Es iſt wohl unnoͤthig, auf die Erhabenheit dieſer Rede auf⸗ merkſam zu machen.
S. 26. Apem.„Könnteſt du mir durch Reden gefal⸗ len“— Apemantus hat das Sublime in Timons Rede nicht ge⸗ faßt, er behandelt ihn wie einen unreifen Schuͤler, der gern ein Philoſoph ſeines Schlages werden moͤchte.
230. Dimon.— Ich bekenn' es, Ein Menſch iſt redlich,— hoͤrt ich recht,— nnrEinerz NRicht mehr, verſteht,— und der iſt Hausverwalter.
Dieſe ſonderbare Stelle, wo durch die Pauſen und Accente die Aufmerkſamkeit ſo geſteigert wird, muß im Deutſchen nur lahm und ohnmaͤchtig ſcheinen.
I do proclaime One honest man,— mistake me not,— but one; 2 No more, I pray,— and he is a steward.
Eine wunderbare Schmeichelei fuͤr den Koͤnig Jacob, den
Stuart. Es ſcheint, daß die Englaͤnder dieſe Abſicht des Dich⸗
ters nicht gefaßt haben. S. A1.
„
Soldat.— Dieß leſ' ein Thier.— Some poast rea d ihis.— Ausdruck des unwillens; er ſieht das Grab, erkennt es als ſolches, ſieht die Inſchrift, kann nicht leſen, forſcht nach einem Menſchen, doch keiner zeigt ſich in der Einſamkeit und er ruft aus: dieß mag ein Thier leſen! Darum iſt es nicht nur uberfluͤſſig, ſondern lächerlich ſtatt read— reard zu leſen: ein Thier hat dieß hier aufgeworfenz das Grabmahl!


