Teil eines Werkes 
Siebenter Theil (1832) Ende gut, alles gut
Entstehung
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zum ſiebenten Bande.

Hier iſt eigentlich gar keine Schwierigkelt, wenn man den Gegenſatz und die Bitterkeit, die in ihm liegt, richtig faßt: Muͤſſen jene, wie Aerzte thun, reich werden und ihn aufgeben! und ich ſoll ihn kuriren?! Steevens hat dieſe Stelle auch ſchon ganz richtig erklaͤrt.

Diener.Der Teufel wußte nicht, was er that, u. ſ. w. The devil Knew not, what he did, when he made men po- litick; he cross'd himself PV it; and I cannot think, hut, in the end, the villainies of man will Ket him clear. Nicht den Teufel, ſondern den Menſchen. Ritſons Erklaͤrung iſt hier die einzig richtige: der Teufel iſt ein Thor, daß er den Menſchen ſo politiſch macht, er wird ſeinem eignen Lehrer dadurch zu klug, und macht ſich von ihm frei. Doch ſcheint Ritſon nicht bie ganze Bitterkeit aufgefaßt zu haben, indem der Diener ſagen will, daß der Menſch auf dieſem Klugheits-Wege der Scheinhei⸗ ligkeit auch den Teufel in Luͤge und Heuchelei noch uͤberbietet. S. 204. So haut mich nieder: bi11, Rechnung, und zugleich Hellebarde; wie in as Jon like it und an andern Orten. S. 216. Dieſer Monolog Timons iſt, wegen der Fuͤlle tie⸗ fer Gedanken, die mit wunderbarer Kuͤrze ausgedrückt ſind, eine der ſchwerſten Stellen in Shakſp. Poeſien. Der Dichter ſetzt voraus, daß Leſer und Zuhoͤrer ganz auf ſeinem Standpunkt ſich befinden, um ſeinen Gedanken folgen zu koͤnnen. Der verſtaͤn⸗ dige Schauſpieler konnte durch ſeinen Vortrag und durch richti⸗ gen Accent dem Zuhoͤrer mehr, als das gedruckte Buch, erklaͤren. Timon hebt mit einer Verfluchung an, die Sonne ſoll Gift erzeugen; unmittelbar, ohne Uebergang, knüpft er die Schil⸗ derung der Verworfenheit der Menſchen an dieſe Anrufung, be⸗ ſonders ſchmaͤht er den Eigennutz und die blinde Verehrung, die dem Reichthum gezollt wird. Auch der Eigennutz, der Reich⸗ thum fuͤhlt ſich nur wahrhaft gluͤcklich, wenn er den Aermern ſchmaͤhen und verhoͤhnen darf. Dieß findet ſelbſt bei Zwillingen ſtatt. Der Vornehme, welcher geſtuͤrzt wird, iſt wie ein gebor⸗ ner Bettler, der Bettler, wenn er reich wird, wie ein Vorneh⸗ mer angeſehn, dem ſeine Wuͤrde ſchon angeſtammt war. Hebe dieſen Bettler, und verſag's dem Lord, Raise me this beggar, and denV't that lord naͤmlich die Erhebung, ungrammatiſch, aber doch verſtaͤndlich, nuy die Emendation Warbuntons denude iſt darum uͤber⸗ u ſi 8 Folgt angeerbte Schmach dem Senatoren, Dem Bektler eingeborne Ehre. Beſitzthum ſchwellt des Bruders Seiten auf, Der Mangel zeugt den Abfall. Timon kommt hier auf die Zwillinge zuruͤck, oder auf die Bruͤder, die ungleich geerbt haben, poder arm und reich find. It is the pasture lards the brother's sides,