Teil eines Werkes 
Siebenter Theil (1832) Ende gut, alles gut
Entstehung
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364 Anmerkungen zum ſechſten Bande.

Taͤnzer auf. Hier iſt viel Gelegenheit, waͤhrend andere ſprechen, zum ſtummen Spiel mit den Maͤdchen und Taͤnzerinnen, und dieſe verliebten Bewerbungen ſind vielleicht gemeint. Dann iſt Women pleasd(das Raͤthſel, welches den Inhalt der neuern Fee urgele ausmacht) eins von Fletcher's und Beaumonts fruͤ⸗ heſten Stuͤcken und vor 1607 geſchrieben. Dieſe Anſpielung auf Fletcher widerlegt allein ohne weiteres Malones Behauptung, daß Taming of the Shrew 1594 geſchrieben ſey, denn das fruͤheſte Stuͤck Fletcher's iſt wohl nicht vor 1604 zu ſetzen.

In dem alten Stuͤck wird am Schluß der Keſſelflicker noch einmal auf die Buͤhne gebracht, der aufwacht und alles Erlebte fuͤr einen Traum haͤlt. Man darf hier wohl auch an Holbergs Jeppe paa Bierge erinnern, in welchem in fuͤnf kurzen aber luſtigen Acten dieſe Einleitung als ſelbſtſtändiges Schau⸗ ſpiel vorgetragen wird. Kotzebue konnte den Humor des braven Daͤnen nur zur Gemeinheit herab ziehn.

Die Comoͤdie der Irrungen.

Dieſe heitere und ſcharfſinnige Comoͤdie iſt eine fruͤhe Ar⸗ beit Sh. und wohl ſchon 1593 geſchrieben. Sie war ſehr be⸗ liebt. Die Sprache iſt ſehr ausgearbeitet und die gereimten Stellen mit beſonderer Vorliebe behandelt. Die laͤngeren, alter⸗ thuͤmlichen Verſe, die nur hin und wieder in derWiderſpen⸗ ſtigen ſich hoͤren laſſen, erſcheinen hier haͤufiger. Einige Com⸗ mentatoren möchten dieſe dem Dichter gern abſprechen und fuͤr ſchlechte Einſchiebſel der Schauſpieler oder unberufener Poetaſter erklaͤren. Shak. ſelbſt dachte uͤber dieſe Art, den Spaß der aͤl⸗ teren Comoͤdie und die Tonweiſe dieſer, jetzt bei den Engländern verrufenen Verſe, anders. Fuͤr ein unbefangenes Ohr haben ſie ihre eigene Zierlichkeit. Die andern gereimten Verſe erinnern oft an ſeine Sonnette und Adonis und Lucretia. Er hat ſie wohl ubergearbeitet, denn ſie ſind tiefſinniger wie die in denEdlen von Verona, leichter wie die inEnde gut, und ſelbſt faßlicher und klarer als manche imRomeo.

Der alte Spaß, der mit Verwechſelung aͤhnlicher Geſtalten getrieben werden kann, iſt wohl in der alten wie neuen Zeit niemals wieder ſo geiſtreich und poetiſch benutzt und durchgefuͤhrt worden, als in dieſem unvergleichlichen Witzſpiel unſers Dichters. Mir ſcheint, daß es dem eberſetzer gelungen ſey, dieſe heitre Leichtigkeit in unſrer Sprache wieder zu geben.