Teil eines Werkes 
Siebenter Theil (1832) Ende gut, alles gut
Entstehung
Einzelbild herunterladen

Sz. 3. Troilus und Creſſida⸗ 345

Troil. Die aberglaͤub'ſche, tolle Traͤumerin Sinnt all' dies Weh! Caſſ. Leb wohl, mein theurer Hector! Sieh, wie du ſiirbſt! Sieh, wie dein Aug' erbleicht! Horch Troja's Wehruf, Hecuba's Geheul, Den lauten Jammerſchrei Andromache's! O ſieh Verzweiflung, Wahnſinn, wild Entſetzen, Gleich tollen Larven, durcheinander rennen, Und ruſen: Hector! Hector fiel! o Hector! Troil. Hinweg! hinweg! Eaſſ. Leb wohl! doch ſtill! Nie ſehen wir uns wieder; Du tänſcheſt dich, und ſtuͤrzeſt Troja nieder! (ſie geht ab) Zect. Du ſtaunſt, o Herr, ob ihrem Weheruf! Geh, ſprich dem Volk Muth ein, wir wolln zur Schlacht, Und tapfre That dir kuͤnden noch vor Nacht. Priam. Leb wohl! die Gotter leihen dir ihren Schutz! (Priamus und Hector ab. Kriegslärm.) Troil. Die Schlacht beginnt. Auf, Diomed, zum Reigen! Uund gölts den Arm, der Ermel wird mein eigen!

(Pandarus kommt.)

P Hoͤrt doch, mein beſter Prinz, o hoͤrt doch! roil. Was giebts? Pand. Hier iſt ein Brief von dem armen Kinde.

Troil. Laß ſehn!

and. Ein verwettertes Aſthma, ein verwettertes nie⸗

dertraͤchtiges Aſthma ſetzt mir ſo zu, und obendrein das närriſche Schickſal der Dirne, und bald das Eine und bald das Andre, daß ich Euch nächſter Tage drauf gehn werde. Und außerdem einen Fluß auf dem Auge, und ſolch ein Reißen im Gebein, daß mich wer behext haben muß, oder ich weiß was ich davon denken ſoll. Was ſchreibt ſie enn?

Troil. Nur Wort' und Worte, aus dem Herzen nichts; Die Wirklichkeit verfolgt ganz andern Weg⸗ Geh Wind zum Windz da dreht und wirbelt fort! Mit Trug und Wort will ſie mein Lieben kroͤnen, Und ihre Thaten ſpart ſie auf fuͤr Jenen.

(ſie gehn ab.)