Teil eines Werkes 
Siebenter Theil (1832) Ende gut, alles gut
Entstehung
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Sz. 2. Troilus und Creſſida. 343

Von blut'gem Wirrwarr, und die ganze Nacht War nichts als Bild und Schatten nur von Mord. Caſſ. O, das trifft ein! Zect. Laß die Trompete ſchallen! Caſſ. Kein Ton zum Angriff; Gott verhuͤt es, Bruder! Zect. Hinweg, die Goͤtter hoͤrten meinen Schwur⸗ Caſſ. Taub ſind die Goͤtter raſchen, thoͤrgen Eiden: Das ſind entweihte Spenden/ mehr verhaßt, Als fleck'ge Lebern eines Opferthiers! Androm. O, laß dir rathen! Acht es nicht fur heilig! Der gute Vorſatz leiht dem Eid die Kraft, Richt Eid auf jeden Vorſatz darf uns binden, Entwaffne dich, mein Hector!— Zeet. Laßt mich, Frau'n Denn meine Ehre trotzt des Schickſals Sturm. Das Leben gilt uns theu'r; doch theurer Muth Haͤlt Ehr' um vieles theurer als das Leben⸗

(Troilus kommt.)

Nun, junger Mann, denkſt du zu fechten heut? Andr. Caſſandra, ruf den Vater, ihm zu rathen. (Caſſandra geht ab.)

Zect. Nein, junger Troilus, leg' die Ruͤſtung ab.

Heut hab ich hohen Muth zur Ritterſchaft!—

Laß wachſen erſt die Sehnen ſtark und feſt,

Und noch verſuche nicht den Sturm der Schlacht! Entwaffne dich mein Knab', und glaub's dem Starken, Heut ſchirmt er dich, ſich ſelbſt, und Troja's Marken.

Troil. Bruder, in deiner Großmuth wohnt ein Fehl, Der mehr dem Loͤwen ziemet als dem Mann.

Zect. Was fuͤr ein Fehl, mein Troilus? Schilt mich

drum.

Troil. Oft, wenn gefangne Griechen ſtuͤrzten hin, Schon vor dem Weh'n und Sauſen deines Schwerdts, Riefſt du: ſteht auf, und lebt!—

Zect. So ſpielen Helden!

Troil. So ſpielen Narr'n, beim Zeus!—

Zett. Wie das? Wie das?

Troil. Um aller Goͤtter willen,