Teil eines Werkes 
Siebenter Theil (1832) Ende gut, alles gut
Entstehung
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Sz.3. Lroilus und Ereſſiba. 341

Durch falſche Staatsgewalt! Wo ſich Vernunft Empoͤren darf ohn' Einbuß, und Verluſt Sich der Vernunft bemaͤcht'gen ohn“ Empoͤrung!— So war dieß Creſſida, und war es nicht! In meiner Seele hebt ein Kaͤmpfen an Seltſamſter Art, das ein untheilbar Weſen Mehr von einander reißt, als Erd' und Himmel!— Und doch gewaͤhrt die weitgeſpaltne Kluft Um einzudringen nicht den kleinſten Zugang Fuͤr einen Punct, fein wie Arachne's Faden. Beweis, Beweis ſo feſt wie Pluto's Pforte: Ein Himmelsband ſchließt mich an Creſſida;— Beweis, Beweis, feſt wie der Himmel ſelbſt: Das Himmelsband iſt muͤrb, erſchlafft und los; Ein andrer Knoten, den fuͤnf Finger knuͤpften, Schlingt jetzt die Truͤmmer ihrer Lieb' und Treu, Den Abhub, Nachlaß, Reſt und ekle Brocken Der abgeſtandnen Lieb' um Diomed⸗ Ulyſſ. Und kann den wuͤrd'gen Troilus nur halb Ergreifen, was ſein Zuͤrnen aus ihm ſpricht?— Troil. Ja Griech', und oſſenkuͤndig ſolls erſcheinen, In Lettern, purpurroth wie Mavors Herz ntflammt von Venus! Nimmer liebt' ein Juͤngling, Mit ſo unendlich ewig feſter Treu! Horch, Grieche: wie ich Creſſida geliebt, Ganz ſo unendlich haſſ. ich Diomed. Die Krauſ⸗ iſt mein, die er am Helm will tragenz Und waͤre ſein Viſir ein Werk Vulkan's, Mein Schwerdt zerſchnitt' es: nicht der grauſe Schwall Des Meers, den Schiffer Hurricano nennen, Durch den allmaͤchtgen Sol zum Berg verdichtet, Betaͤubt mit mehr Gekrach das Ohr Neptuns Im Niederſturz, als meines Schwerdtes Wucht Einſchmettern ſoll auf Diomed. Therſ. Er wird ihn kitzeln fuͤr ſeine Fleiſchesluſt!— Froit. O falſche Creſſida! O falſch, falſch, falſch! Zu deinem ſchnoden Namen hingeſtellt Glaͤnzt alle Untreu rein!— Liyſſ. Bezaͤhmt Euch, Prinz!— Eu'r Sturm zieht Ohren her!—

(Aeneas tritt auf.) Aen. Seit einer Stunde ſuch' ich Euch, mein Prinz;