Sz. 2. Troilus und Creſſida. 339
Diom. Komm, ſag' von wem dir's kam? Creſſ. Von einem, der mich mehr geliebt als du: Doch nun es dein, behalt' es. Diom. Weſſen wars? Creſſ. Bei Diana ſelbſt, und ihren Nymphen dort, Das werd' ich dir nicht ſagen. Diom. Ich trag' es morgen fruͤh an meinem Helm, Und kraͤnk“ ihn, ders nicht wagt zuruckzufordern. Troil. Waͤrſt du der Teufel, der es truͤg' am Horn, Gefordert ſoll es werden⸗ Creſſ. Nun gut,'s iſt aus, vorbei! Nein! doch nicht aus; Ich will mein Wort nicht halten! Diom. Leb denn wohl; Du neckſt den Diomed zum letztenmal. Creſſ. So bleibe doch! ſagt man auch nur ein Wort, Gleich faͤhrſt du auf! Diom. Ich haſſe ſolche Poſſen. Therſ. Ich auch, beim Pluto: doch was dir mißfaͤllt, Behagt mir juſt am beſten. Diom. Nun, ſoll ich kommen? Wann? Creſſ. Ja komm. O Zeus, Komm nur. Schlimm wird mirs gehn! Diom. Leb wohl ſo lange. (geht ab.) Creſſ. Gut Nacht;— Ich bitt' dich, komm!— Ach, Troilus, Noch blickt mein Eines Auge nach dir hin, Das andre wandte ſich, ſo wie mein Sinn. Wir armen Frau'n, wir duͤrfens nicht verhehlen, Des Angs Verirrung lenkt zugleich die Seelen: Was Irrthum fuͤhrt, muß irr'n: ſo folgt denn, ach Vom Blick bethort, verfaͤllt die Seel' in Sch (ab.
Therſ. Das ſind untruglich folgerechte Saͤtze; Noch richt'ger: meine Seele ward zur Metze.
Ulyſſ. So waͤrs denn aus! Troil. Ja aus! Ulyſſ. noch bleiben?


