338 Troilus und Creſſida. A. V.
Creſſ. Nun ja, ich will, ſonſt trau' mir niemals wieder. Diom. Gieb mir zur Sicherheit ein Unterpfand⸗
Creſſ. Ich hole dirs. (Creſſida geht ab.)
utyſſ. Ihr ſchwurt Geduld! Troil. Seyd unbeſorgt! ich will Ich ſelbſt nicht ſeyn; will mir bewußt nicht werden Was ich empfinde: ich bin ganz Geduld. (Creſſida kommt zurück.)
Therſ. Nun kommt das Pfand; jetzt, jetzt, jetzt!— Creſſ. Hier, Diomedes, trag' die Ermelkrauſe. Troil. O Schoͤnheit! Wo iſt deine Treu? Ulyſſ. Mein Prinz. Troil. Ich will ja ruhig ſeyn; von außen will ichs. Creſſ. Ihr ſeht die Krauſ⸗ Euch an; beſchaut ſie wohl. Er liebte mich! o falſches Maͤdchen! gebt ſie wieder. Diom. Weß war ſie? Creſſ. Gleichviel weß! Ich hab ſie wieder. Ich werd' Euch nicht erwarten morgen Nacht; Ich bitt dich Diomed, beſuch mich nicht⸗ Therſ. Nun wetzt ſie; recht ſo, Schleifſtein! Diom. muß ſie haben. Diom. Nun, dieſe da. Creſſ. O Goͤtter! O du liebes, liebes Pfand! Dein Herr liegt jetzt im Bett, und denkt gewiß An dich und mich, und ſeufzt; nimmt meinen Handſchuh, Und giebt ihm manchen ſuͤßen Kuß gedenkſam, So wie ich dir. Nein, reiß' ſie mir nicht weg; Wer dieſe nimmt, muß auch mein Herz mit nehmen. Diom. Dein Herz war mein ſchon; dieſes folgt ihm nach. Troil. Ich ſchwur Geduld! Creſſ. Dieß kriegſt du nicht, nein wahrlich Diomed; Ich geb dir etwas anders. Diom. Ich will dieß Pfand: weß wars? Creſſ. Das gilt ja gleich.


