330 Troilus und Creſſida. A. IV.
ect. Ich bitte, ſtell dich ſo daß ich dich ſchaue.
Achill. Sieh dich nur ſatt!
Zect. Nein, ich bin fertig ſchon.
Achill. Du biſt zu eilig. Ich durchmuſtre dich Noch einmal Zug fuͤr Zug, als waͤrs zum Kauf.
Zect. So wie ein Scherzbuch blaͤtterſt du mich durch? Doch mehr wohl liegt in mir als du verſtehſt!—
Was will mich ſo dein Auge niederdruͤcken?—
Achill. Ihr Goͤtter ſagt, an welchem Theil des Koͤrpers Vernicht ich ihn? Iſts hier, dort oder da? Daß ich genau den Sitz der Wunde nennen Und ſcharf das Thor bezeichnen mag, wodurch Sein großer Geiſt entflieht. Antwort, ihr Göoͤtter!
Zect. Mißziemen wuͤrd' es heil'gen Goͤttern, Stolzer, Antwort zu geben ſolcher Frage. Sprich!
Glaubſt du mein Leben ſo im Scherz zu fahn, Daß du vorzeichnen willſt im ſcharfen Umriß Wo treffen ſoll der Tod?—
Achill. Ja, ſag ich dir.
Zect. Und waͤrſt du, ſolches kuͤndend, ein Orakel, Richt glaubt' ich dir. Hinfort ſey auf der Huth!
Denn nicht hier toͤdt' ich dich, noch dort, noch da, Nein, bei dem Hammer der Mars Helm geformt, Dich toͤdt' ich wo's auch ſey, ja uͤber und uͤber. Verzeiht Ihr weiſen Griechen meinem Prahlen, Sein Hochmuth zwingt mich, Thoͤrichtes zu reden. Doch ſtreb' ich ſo zu thun wie ich geſprochen, Sonſt moͤg' ich nie—
Ajax. Kommt nicht in Eifer, Veiter. Und Ihr Achilles, laßt dieß Drohen bleiben, Bis Zufall oder Vorſatz wahr es macht. Genug koͤnnt Ihr von Hector taͤglich haben, Wenn es Euch hungert: doch ganz Griechenland Bringt Euch wohl kaum mit ihm in Hader, fuͤrcht ich.
Zect. Ich bitt Euch, laßt im Feld uns Euch begegnen: Es gab nur kleinen Krieg, ſeit Ihr verließt Die griech ſchen Fahnen.
Achill. Du verlangſt nach mir? Dir nah' ich morgen, furchtbar wie der Tod:— Heut Abend ſey'n wir Freunde. Zect. Wohl, ſchlag ein! Agam. Vorerſt, Ihr hlin Herrn, kommt in mein


