Sz. 5. Troilus und Creſſida. 32
Focht ich einmal: er war ein guter Streiter, Allein beim Kriegsgott, unſer Aller Haupt, Dir nimmer gleich. Rimm eines Greiſen Kuß, Und unſerm Zelt ſey, tapfrer Fuͤrſt, willkommen. Aen. Er iſt der alte Neſtor. Zect. Laß dich umarmen, gute alte Chronik, Die mit der Zeit ſo lang ſchritt Hand in Hand: Ehrwuͤrd'ger Neſtor, froh umſchließ' ich dich⸗ 5 Neſt. O daß mein Arm dirs gleich thun konnt im Kampf, Wie er nun kaͤmpft mit dir in Freundlichkeit! Zect. Ich wuͤnſcht' es abiele e
eſt. Ha, Bei dieſem weißen Bart, ich foͤchte mit dir Morgen.
Willkommen dann, willkomm! Ich ſah die Zeit— Ulyſſ. Mich wundert nur, wie jene Stadt noch
ſr, Da wir jetzt ihren Grund und Pfeiler haben!
Zect. Wohl kenn, ich Eure Zuͤge, Fuͤrſt Ulyß!— O Herr, ſchon mancher Griech' und Troer fiel, Seit ich zuerſt Euch ſah mit Diomed, In Ilion, als Geſandte Griechenlands.
Uiyſſ. Da ſagt' ich Euch vorher was folgen wuͤrde; Noch weilt auf halbem Weg die Prophezeiung, Denn jene Mauern, keck die Stadt umſchirmend, Die Zinnen die mit Wolken uͤppig buhlen, Sie kuͤſſen noch den eignen Fuß⸗
Zect. Nicht glaub' ich's!
Da ſtehn ſie noch: beſcheiden mein' ich auch Uns zahlt fuͤr jedes Phryg'ſchen Steines Fall Ein Tropfen Griechenblut. Das Ende kroͤnts; Und jener alte, ew'ge Richter Zeit, Wird einſt es enden.
Ulyſſ. Laſſen wir es ihm. Hoͤchſt edler, tapfrer Hector, ſey willkommen! Rach unſerin Feldherrn bitt ich dich zunaͤchſt Mein Gaſt zu ſeyn, und mich im Zelt zu ſehn.
Achill. Dawider muß ich Einſpruch thun, Ulyſſes! Nun Hector, haſt du meinen Blick geſaͤttigt. Mit ſcharfem Aug durchforſcht' ich dich, o Hector, Und pruͤfte Glied vor Glied. 6 vie achil
ect. die illes?— Achill. Ich bin Achilles.


