38 Ende gut, Alles gut. A. II.
Vierte Szene. Ebendaſelbſt. (Helena und der Narr treten auf.)
Zelena.
Meine Mutter gruͤßt mich freundlich; iſt ſie wohl?
Marr. Sie iſt nicht wohl, und doch iſt ſie bei Geſund⸗ heit; ſie iſt recht munter, und doch iſt ſie nicht wohl; aber Gott ſey Dank, ſie iſt ſehr wohl, und ihr fehlt nichts in der Welt; und doch iſt ſie nicht wohl.
Zel. Wenn ſie ſehr wohl iſt, was fehlt ihr denn, daß ſie nicht wohl iſt?
Marr. In Wahrheit, ſie iſt ſehr wohl, ganz gewiß; bis auf zwei Dinge.
Zel. Was fuͤr zwei Dinge?
MWarr. Einmal, daß ſie nicht im Himmel iſt, wohin Gott ſie recht bald foͤrdern wolle; zweitens, daß ſie auf Erden iſt, von wo Gott ſie recht bald foͤrdern wolle.
(Parolles tritt auf.)
Par. Gott ſegne Euch, meine hoͤchſtbegluͤckte Dame!
Zel. Ich hoffe, Herr, ich habe Eure Einwilligung zu meinem Gluͤck?
Par. Ihr hattet mein Gebet, Euch dahin zu geleiten; und Euch dabei zu bewahren, ſollt Ihr es behalten.— O mein wackrer Schelm! Was macht unſte alte Graͤfin?
Marr. Haͤttet Ihr nur ihre Runzeln, und ich ihr Geld, ſo moͤchte ſie immer machen was Ihr ſagt.
Par. Ich ſage ja nichts.
Marr. Mein Seel, dann ſeyd Ihr um ſo kluͤger; denn manches Dieners Zunge ſchwatzt nur ſeines Herrn Ver⸗ derben herbei. Nichts ſagen, nichts thun, nichts wiſſen und nichts haben, darin beſteht ein großer Theil Eures Ti⸗ tels, der die Wahrheit zu ſagen nicht um ein Tuͤttelchen mehr als Nichts iſt.
Par. Fort mit dir, du biſt ein Schelm.
Marr. Ihr haͤttet ſagen ſollen, Herr, vor einem Schelm


