36 Ende gut, Alles gut. A. II.
Par. Ich erſuche Euer Gnaden hoͤchſt unumwunden, mit Euern Beleidigungen etwas an ſich zu halten. Er iſt mein guter Herr; der, dem ich dort oben diene, iſt mein Gebieter.
Laf. Wer? Gott!
Par. Ja, Herr.
Laf. Der Satan iſts, der iſt dein Gebieter. Was ſchuͤrzeſt du deine Arme ſo auf? ſollen deine Ermel Hoſen vorſtellen? Thun das andre Bediente? Du ſollteſt lieber dein Untertheil dahin ſetzen, wo dir die Naſe ſitzt. Bei meiner Ehre, waͤr' ich nur zwei Stunden juͤnger, ich pruͤ⸗ gelte dich: mir ſcheint du biſt ein allgemeines Aergerniß, und Jedermann ſollte dich pruͤgeln. Ich glaube, du wur⸗ deſt geſchaffen, damit man ſich an dir eine Motion machen koͤnne.
Par. Das iſt ein rauhes und unverdientes Verfahren, gnädiger Herr!
Laf. Geht doch, Freund! Ihr wurdet in Italien ge⸗ pruͤgelt, weil Ihr einen Kern aus einem Granatapfel ſtahlt: Ihr ſeyd ein Landſtreicher, und kein aͤchter Reiſen⸗ der: Ihr betragt Euch viel unverſchaͤmter mit Edelleuten und Vornehmen, als das Patent Eurer Geburt und Vor⸗ zuͤge Euch die Ahnenprobe giebt. Ihr verdient kein Wort mehr, ſonſt nennt' ich Euch noch Schurke. Ich verlaſſe Euch!— Cer geht.)
(Bertram tritt auf.)
Par. Gut, ſehr gut; mags drum ſeyn! Gut, ſehr gut; es mag eine Zeitlang geheim bleiben!—
Bert. Verloren! Ew'gem Unmuth Preis gegeben!
Par. Was giebt es, lieber Schatz?
Bert. Obgleich ichs feierlich dem Prieſter ſchwur,
Will ich die Ehe nicht vollziehn. Par. Was giebts? Was giebts, mein Kind?
Bert. O mein Parolles, ſie haben mich vermaͤhlt! Ins Feld nach Florenz! Nie mit ihr zu Bett!
Par. Ein Loch fuͤr Hund' und verdient
nicht Daß Helden es beſchreiten. Auf, ins Feld!—


