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Sz. 3. Ende gut, Alles gut. 35
Gott ſchenke dir Gnade, du armes Huhn! Und ſo, mein gutes Gitterfenſter, leb wohl; du brauchſt mir deine Laden nicht zu oͤffnen, ich ſehe dich durch und durch. Gieb mir deine Hand.
Par. Gnaͤdiger Herr,— Ihr bietet mir das Subli⸗ mirte der Beleidigung!
Laf. Ja, von ganzem Herzen, und du biſt ihrer werth⸗
Par. Ich habe das nicht verdient, gnaͤd'ger Herr!
Laf. Ja, weiß Gott, jeden Gran davon, und ich erlaſſe dir keinen Scrupel.
Par. Gut, ich will kluͤger werden.
Laf. Das thu, ſobald du kannſt, denn du ſchmeckſt mir ſehr nach dem Gegentheil. Wenn ſie dich naͤchſtens ein⸗ mal mit deiner eignen Schaͤrpe binden und pruͤgeln, ſo ſollſt du ſehn, was es heißt auf ſeine Verbindungen ſtolz ſeyn. Ich habe Luſt meine Bekanntſchaft mit dir fort⸗ zuſetzen, oder vielmehr meine Kenntniß von dir; damit ich im Nothfall ſagen koͤnne, den Menſchen kenne ich.
Par. Gnaͤdiger Herr, Ihr moleſtirt mich auf eine hoͤchſt verwundende Art.
Laf. Ich wollte ich koͤnnte dir die ewige Hoͤllenpein ſchaffen, obgleich die Zeit des Schaffens bei mir voruber iſt; doch ſo viel verſchafft mir mein Alter noch, daß ich dich verlaſſen kann.
(Lafeu geht ab.)
Par. Nun, du haſt einen Sohn, der dieſen Schimpf von mir abnehmen ſoll, ſchaͤbigter, alter, filziger, ſchaͤbig⸗ ter Herr!— Wohl, ich muß Geduld haben; Anſehn laͤßt ſich nicht in Feſſeln legen. Ich will ihn pruͤgeln, bei mei⸗ nem Leben, wenn ich ihm auf irgend eine paſſende Art begegnen kann, und waͤr' es doppelt und dreifach ein vor⸗ nehmer Herr. Ich will nicht mehr Mitleid mit ſeinem Alter haben, als mit,„ Ich will ihn pruͤgeln, wenn ich ihm nur wieder begegnen kann.
(Lafeu kommt zurück.)
Laf. He, Freund! Euer Herr und Gebieter iſt ver⸗ heirathet, da habt Ihr etwas Neues fuͤr Euch; Ihr habt eine neue Gebieterin. ₰
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