Teil eines Werkes 
Siebenter Theil (1832) Ende gut, alles gut
Entstehung
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32 Ende gut, Alles gut. A. II.

Laf. Da iſt noch eine Traube; ich weiß gewiß, dein Vater trank Wein: wenn du aber nicht ein Eſel biſt, ſo bin ich ein Junge von Vierzehn. Ich kenne dich ſchon!

Zel. Ich ſage nicht, ich nehm' Euch; doch ich gebe Mich ſelbſt und meine Pflicht, ſo lang ich lebe In Eure edle Hand. Dieß iſt der Mann.—

Roͤn. Nimm ſie denn, junger Bertram, als Gemalin.

Bert. Gemalin, gnaͤdger Herr? mein Fuͤrſt vergoͤnnt, In ſolcherlei Geſchaͤft laßt mich gebrauchen Die eignen Augen.

Boͤn. Bertram, weißt du nicht Was ſie fuͤr mich gethan? Bertr. Ja, theurer Koͤnig; Doch folgt daraus, daß ich mich ihr vermaͤhle?

Roͤn. Du weißt, ſie half mir auf vom Krankenbett.

Bertr. Und ſoll ich deshalb ſelbſt zum Tod' erkranken, Weil ſie Euch hergeſtellt? Ich kenne ſie;

Mein Vater ließ als Waiſe ſie erziehn:

Des armen Arztes Kind mein Weib!— Verachtung Verzehre mich vorher!

„Roͤn. Den Stand allein verachteſt du, den ich Erhoͤh'n kann. Seltſam iſts, daß unter Blut,— Vermiſchte mans,— an Farbe, Waͤrm und Schwere Den Unterſchied verneint und doch ſo maͤchtig

Sich trennt durch Vorurtheil. Iſt jene wirklich

Von reiner Tugend, und verſchmaͤhſt du nur

Des armen Arztes Kind,— ſo ſchmaͤhſt du Tugend Um eines Namens willen. Das ſey fern!

Wo Tugend wohnt, und waͤr's am niedern Heerd, Wird ihre Heimath durch die That verklaͤrt.

Erhabner Rang bei ſuͤndlichem Gemuͤthe

Giebt ſchwuͤlſtig hohle Ehre: wahre Guͤte

Bleibt gut auch ohne Rang, das Schlechte ſchlecht: Nach innerm Kern und Weſen fragt das Recht, Nicht nach dem Stand. Jung, ſchoͤn, und ohne Tadel, Schenkt ihr Natur unmittelbaren Adel,

Der Chre zeugt: wie Ehre den verdammt,

Der ſich beruhmt, er ſey von ihr entſtammt,

Und gleicht der Mutter nicht. Der Ehre Saat Gedeiht weit minder durch der Ahnen That,

Als eignen Werth: das Wort froͤhnt wie ein Sklav Jeglicher Gruft: auf jedem Epitaph

Lugt es Trophaͤen; oft ſchweigts, und dem Gedaͤchtniß