Sz. 3. Ende gut, Alles gut. 29
S e Sn Im Pallaſt des Königs. (Bertram, Lafeu und Parolles treten auf.)
Lafeu.
Man ſagt, es geſchehen keine Wunder mehr: und unſre Philoſophen ſind dazu da, die uͤbernatuͤrlichen und uner— gruͤndlichen Dinge alltaͤglich und trivial zu machen. Daher kommt es, daß wir mit Schreckniſſen Scherz treiben, und uns hinter unſre angebliche Wiſſenſchaft verſchanzen, wo wir uns vor einer unbekannten Gewalt fuͤrchten ſollten.
Par. In der That, es iſt die allerſeltſamſte Wunder⸗ geſchichte, die in unſern letzten Zeiten aufgetaucht iſt.
Bert. Das iſt ſie auch.
Laf. Aufgegeben von den Kunſtverſtaͤndigen—
Das ſage ich eben; von Galenus und Para⸗ celſus—
Laf. Von allen dieſen gelehrten und authentiſchen Haͤuptern—
Par. Nun eben!—
Laf. Die ihn fuͤr unheilbar erklaͤrten—
Par. Da liegts; das ſag' ich auch.
Laf. Fuͤr huͤlflos—
Par. Recht; fuͤr Einen, der gleichſam gefaßt ſeyn muͤſſe—
Auf ein ungewiſſes Leben, und einen gewiſſen
0—
Par. Richtig und wohl geſagt; das wollte ich auch agen.
Laf. Ich darf wohl behaupten, es iſt etwas Unerhoͤrtes in der Welt⸗
Par. Das iſt es auch, wenns Einer im Schauſpiel
ſehn muͤßte ers nachleſen in— Nun, wie heißt
es doch?
Laf. Im„Schauſpiel von der Wirkung himmliſcher Gnade in einem irdiſchen Gefaß.“


