Sz. 1. Ende gut, Alles gut. 25
Und ſtolzer Hochmuth waͤr's, der Gottheit Trachten Und Himmelswort fuͤr Menſchenwerk zu achten. O theurer Fuͤrſt, gebt meinen Wuͤnſchen nach, Denkt nicht daß ich, nein daß der Himmel ſprach. Ich treibe nicht mit Euch ein truͤalich Spiel, Noch berg' ich meiner Worte wahres Ziel, Ich glaub' es Herr, und glaub' auf feſtem Grunde, Noch ſiegt die Kunſt, nah iſt der Rettung Stunde. Roͤn. Das hofſſt du ſo gewiß? in wieviel Zeit? Zel. Wenn mir die hoͤchſte Gnade Gnade leiht, Eh zweimal noch das Lichtgeſpann durchſchreitet, Die Bahn, auf der ſein Lenker Glanz verbreitet, Eh zweimal in dem Thau der truͤben Feuchte Der Abendſtern erloͤſcht die muͤde Leuchte; Ja, eh die Sanduhr vierundzwanzig Stunden Dem Schiffer zeigt, die diebiſch ihm verſchwunden, Seyd Ihr geneſen; Euer Schmerz entflieht, Die Krankheit ſtirbt, und neue Kraft erbluͤht. Ron. Bei ſo viel Selbſtvertraun und Sicherheit, Was wagſt du?— Zel. Daß man mich der Frechheit zeihtz Mich Metze ſchilt; der Poͤbel mich verſpottet; Schimpflieder ſingt; und ſchmaͤhlich ausgerottet Mein Jungfraun Name ſey; ja, daß mein Leben Sich ende, ſchnoͤden Martern Preis gegeben. Roͤn. Mir ſcheint, es ſpricht aus dir ein ſel'ger Geiſt, Der ſich in ſchwachem Werkzeug ſtark erweiſ't: Und was die Sinnen ſonſt unmoͤglich nennen, Muß ich in hoͤherm Sinn jetzt anerkennen. Dein Leben iſt dir werth, denn dich begluͤckt Noch alles, was das Daſeyn je geſchmuͤckt: Schoͤnheit und Anmuth, Weisheit, hoher Muth,
Und was nur Fruͤhling hofft als Lebensgut:—
So viel zu wagen, ſolch Vertraun zu zeigen, Iſt nur der Kuͤnſt, wo nicht dem Wahnſinn eigen; Drum, lieber Arzt, verſuch an mir dein Heil, Und ſterb' ich, wird dir ſelbſt der Tod zu Theil.
Zel. Fehl' ich die Zeit, mißlingt Ein Wort von Allen Die ich verhieß;— ſey ich dem Tod verfallen, Wie ichs verdient! Helf ich Euch nicht, ſo ſterb⸗ ich: Doch wenn ich helfe, welchen Lohn erwerb' ich?


