24 Ende gut, Alles gut. A. n.
Kam ich mit Wuͤnſchen und mit Demuth Euch Die Rettung anzubieten. Roͤn. Dank Euch, Jungfran. Doch glaub' ich nicht ſo leicht an Heilung mehr, Wo ſo gelehrte Aerzt' uns aufgegeben, Und die vereinte Facultt entſchied, Kunſt koͤnne nie aus unheilbarem Zuſtand Natur erloͤſen. Drum ſoll unſer Urtheil Nicht ſo abirr'n, noch Hoffnung uns verleiten, Ein rettungsloſes Uebel Preis zu geben Quackſalbern; Majeſtät und Zutraun ſo Zu ſchmaͤhn, ſinnloſem Beiſtand nachzutrachten, Wenn wir als Unſinn allen Beiſtand achten. Zel. So zahlt die treue Pflicht mir mein Bemuͤhn; Nicht weiter ſey mein Dienſt Euch aufgedraͤngt; Und nur in Demuth bitt ich Eure Hoheit Beſcheidentlich, mich gnaͤdig zu entlaſſen. Roͤn. Das iſt das Mindſte, was ich muß gewaͤhren; Dein guter Wunſch iſt meines Dankes werth, Weil ſtets der Kranke gern von Beßrung hoͤrt: Doch was du ganz verkennſt, durchſchau' ich klar, Wie fern dein Troſt, wie nah mir die Gefahr. Zel. Unſchaͤdlich wär's wenn den Verſuch Ihr wagt, Weil Ihr der Heilung, wie dem Troſt entſagt: Er, der die groͤßten Thaten laͤßt vollbringen, Legt oft in ſchwache Haͤnde das Gelingen: So zeiat die Schrift in Kindern weiſen Muth, Wo Maͤnner kindiſch waren: große Fluth Entſpringt aus kleinem Quell, und Meere ſchwinden, Ob Weiſe auch die Wunder nicht ergruͤnden. Oft ſchlaͤgt Erwartung fehl, und dann zumeiſt, Wo ſie gewiſſen Beiſtand uns verheißt; Und wird erfullt, wo Hoffnung längſt erkaltet, Der Glaube ſchwand, und die Verzweiflung waltet. Ron. Zu lange, ſchoͤnes Maͤdchen, weilſt du ſchon, Und dein vergeblich Muͤh'n trägt keinen Lohn, Als Dank fur einen Dienſt, den ich nicht brauche. SZel. So weicht, was Gott mir eingab, einem Hauche? Er iſt nicht ſo, der alles mag durchſchaun, Wie wir, die ſtets dem leeren Schein vertraun:


