Sz1. Ende gut, Alles gut. 23
Laf. Ei, eine Aerztin: Sire, ſie iſt ſchon hier, Wenn Ihr ſie anſehn wollt. Auf Ehr' und Treu, Wenn ich nach dieſem leichten Vortrag ernſtlich Berichten darf:— ich ſprach mit einem Maͤdchen, Die mich durch Abſicht, Jugend und Geſchlecht, Verſtand und feſten Sinn ſo ſehr entzuͤckt Daß ich mich drum nicht tadle. Seht ſie ſelbſt, (Das iſt ihr Wunſch;) und hoͤrt was ſie Euch bringt; Dann lacht mich aus nach Luſt.
Roͤn. Nun, Freund Lafeu, Zeig' uns dieß Wunder, daß wir ihm mit dir Unſer Erſtaunen zollen, oder deins Vermindern durch Erſtaunen, wie dir's kam. Laf. Nun, ich will Euch bedienen, und ſogleich. (Lafeu geht.) Roͤn. So haͤlt er ſtets Prologe ſeinem Nichts!
(Lafeu kommt zurück mit Helena,)
Laf. Nun tretet vor! Roͤn. Die Eil hat wahrlich Fluͤgel! Laf. Nein, tretet vor! Hier Seine Majeſtaͤt: ſagt Euern Wunſch. Eu'r Blick iſt ſehr verraͤthriſch: doch der Koͤnig Scheut ſelten ſolcherlei Verrath: ich bin Creſſida's Oheim, daß ichs wagen darf Zwei ſo allein zu laſſen. Lebt nun wohl.
(geht ab.) Roͤn. Nun, ſchoͤnes Kind, meint Euer Vortrag uns? Sel. Ja, Koͤnig. Gerhard von Narbonne war Mein Vater, wohlerprobt in ſeiner Kunſt. Roͤn. Ich kannt' ihn. Zel. So ehr erſpar' ich mir ihn Euch zu ruͤhmen; Ihn kennen iſt genug. Auf ſeinem Todbett Gab er mir mauch Arcan; vor allen Eins, Das als die hoͤchſte Blume ſeiner Forſchung, Und vielerfahrnen Praxis liebſtes Kleinod Er mich verwahren hieß als dreifach Auge, Theurer als meine beiden. Alſo that ich: Und hoͤrend, wie Eu'r Majeſtaͤt verſchmachtet An jener boͤſen Krankheit, die den Ruhm Von meines Vaters Kunſt zumeiſt erhebt,


