Teil eines Werkes 
Siebenter Theil (1832) Ende gut, alles gut
Entstehung
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18 Ende gut, Alles gut. A. I.

Vor aller Welt fuͤr mein Gefuͤhl. Nun wohl! Entdecke mir dein Herz; denn allzulaut Verklagt dich deine Unruh.

Zel. So bekenn' ich Hier auf den Knieen vor Euch und Gott dem Herrn, Daß ich vor Euch, und naͤchſt dem Herrn des Himmels Ihn einzig liebe. Arm, doch tugendhaft War mein Geſchlecht: ſo iſt mein Lieben auch. Seyd nicht erzuͤrnt, es bringt ihm keine Kraͤnkung Von mir geliebt zu ſeyn: nie offenbart' ich Ein Zeichen ihm zudringlicher Bewerbung; Ich wuͤnſch' ihn nicht, eh ich ihn mir verdient, Und ahnde nicht, wie ich ihn je verdiente! Ich weiß, ich lieb umſonſt, ſtreb' ohne Hoffnung; Und doch, in dieß unhaltbar lockre Sieb Gieß' ich beſtoͤndig meiner Liebe Fluth, Die nimmer doch erſchoͤpft wird: gleich dem Indier Glaͤubig in frommem Wahne ſlehend, ruf' ich Die Sonne an, die auf den Beter ſchaut Ohne von ihm zu wiſſen. Theure Herrin, Laßt Euern Haß nicht meine Liebe treffen, Weil ſie daſſelbe liebt wie Ihr. Nein, habt Ihr Eu'r wuͤrdig Alter buͤrgt die lautre Jugend, Jemals in ſolcher reinen Gluth der Neigung Treulich geliebt und keuſch gehofft, daß Diana Eins ſchien mit Eurer Lieb, o dann hegt Mitleid Fuͤr ſie, die ohne Wahl und Hoffnung liebt; Alles verlierend ſtets von neuem giebt; Nie zu beſitzen hofft wonach ſie ſtrebt, Und raͤthſelgleich in ſuͤßem Sterben lebt.

Graͤfin. Warſt du nicht neulich Willens, nach Paris Zu reiſen? Sprich die Wahrheit. Zel. Gnaͤdge Frau,

Das war ich.

Gräfin. Und in welcher Abſicht? Sag mirs. Zel. So hoͤrt, ich ſchwoͤrs Euch bei der ewgen Gnade; Ihr wißt, mein Vater ließ Vorſchriften mir Von ſeltner Wunderkraft; wie ſeiner Forſchung Vielfache Pruͤfung als untruglich ſie Bewaͤhrt erfand: die hat er mir vererbt, Sie in geheimſter Obhut zu bewahren Als Schaͤtze, deren Kern und innrer Werth Weit uͤber alle Schaͤtzung. Unter dieſen