14 Ende gut, Alles gut. A. I.
Gräfin. Deine Heirath, mehr als deine Suͤndhaftig⸗ keit!
Warr. Es fehlt mir an Freunden, gnaͤdige Frau, und ich hoffe um meiner Frau willen Freunde zu finden. Gräfin. Solche Freunde ſind deine Feinde, Burſch!
Narr. Wie unwiſſend ſeyd Ihr, gnadige Frau, in gu⸗ ten Freunden! denn die Scheime werden das fuͤr mich thun, was mir zuviel wird. Wer mein Land ackert, ſpart mir mein Geſpann, und ſchafft mir Zeit, die Frucht unter Daoch zu bringen; wenn ich ſein Hahnrei bin, iſt Er mein Knecht. Wer mein Weib troͤſtet, ſorgt fuͤr mein Fleiſch und Blut; wer fuͤr mein Fleiſch und Blut ſorgt, liebt mein Fleiſch und Blut: wer mein Fleiſch und Blut liebt, iſt mein Freund: alſo, wer meine Frau kuͤßt, iſt mein Freund. Wären die Leute nur zufrieden das zu ſeyn, was ſie ein⸗ mal ſind, ſo gäbe es keine Scrupel in der Ehe: denn Charbon, der junge Puritaner, und Meiſter Poyſam, der alte Popiſt, wie verſchieden ihre Herzen auch in der Reli⸗ gion ſind, laͤufts doch mit ihren Köpfen auf Eins hinaus; ſie können ſich mit ihren Hoͤrnern knuffen, ſo gut wie irgend ein Bock in der Heerde.
Grafin. Willſt du immer ein frecher verlaͤumderiſcher Schelm bleiben?
Warr. Ein Prophet, gnaͤdige Frau; ich' rede die Wahr⸗ heit ohne Umſchweif:—
Gedenkt nur an das alte Lied,
Es gilt noch heut wie geſtern:
Was einmal ſeyn ſoll, das geſchieht, Der Kuckuk ſucht nach Neſtern.
Gräfin. Geht nur Freund, ich will die Sache ein an⸗ dermal mit Euch verhandeln.
Zaushofm. Wäͤr' es Euer Gnaden nicht gefällig, daß er Helena zu Euch riefe; ich wollte von ihr reden.
Graͤfin. Freund, geh, und ſag dem jungen Fraulein, ich wolle ſie ſprechen; ich meine Helena.
Marr(ſingt.) Verdient die Schoͤne, ſprach ſie dann, Daß Troja ward zerſtoͤrt? O Narrethei, o Narrethei, Herr Priam ward bethoͤrt!


