Teil eines Werkes 
Siebenter Theil (1832) Ende gut, alles gut
Entstehung
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Sz.3. Ende gut, Alles gut. 13

verwunden wir unſre Beſcheidenheit, und truͤben die helle Reinheit unfrer Verdienſie.

Gräfin. Was will der Schelm hier? Fort mit Euch, Freund! Ich will nicht allen Beſchwerden glauben, die ich von Euch gehoͤrt habe; es iſt meine Trägheit daß ichs nicht thue, denn ich weiß es fehlt Euch nicht an Thorheit ſolche Schelmſtuͤcke zu unternehmen, und Ihr ſeyd geßchickt genug, ſie auszufuͤhren.

Warr. Es iſt Euch nicht unbekannt, gnaͤdige Frau, daß ich ein armer Teufel bin.

Graͤfin. Nun gut!

Marr. Nein, gnaͤdige Frau, das eben iſt nicht gut, daß ich arm bin,(obſchon viele von den Reichen zur Hoͤlle fahren:) aber wenn Elsbeth es nur bei Euer Gnaden er⸗ reicht, daß Ihr ſie unter die Haube bringen helft, ſo woilen wir ſchon ſehn, wie wir als Mann und Fran zuſammen fortkommen.

Graͤfin. Willſt du denn mit Gewalt ein Bettler werden?

Narr. Ich bettle nur um Eure gnaͤdige Einwilligung in dieſe Sache.

Graͤfin. In welche Sache?

Marr. In Elsbeths Sache, und meine eigne. Dienſt iſt keine Eroſchaft, und ich denke, ich gelange nicht zu Gottes Segen bis ich Nachkommenſchaft ſehe: denn, wie die Leute ſagen, Kinder ſind ein Segen Gottes.

Sag mir den Grund, warum du heirathen willſt.

Warr. Mein armes Naturell, gnaͤdige Frau, verlangt es. Mich treibt mein Fleiſch dazn, und wen der Teufel treibt, der muß wohl gehn.

Gräfin. Und das iſt alle Urſach, die Eu'r Gna⸗

den hat?

Narr. Die Wahrheit zu ſagen, ich habe noch andre heilige Urſachen, wie ſie nun auch ſind.

Gräfin. Darf die Welt ſie wiſſen?

MWarr. Ich bin eine ſuͤndige Creatur geweſen, gnaͤdige Frau, grade wie Ihr, und wie alles Fleiſch und Blut; mit Einem Wort, ich will heirathen, damit ich bereuen oͤnne.