Sz. 2. Ende gut, Alles gut. 11
Als da dein Vater und ich ſelbſt in Freundſchaft Zuerſt als Krieger uns verſucht! den Dienſt Der Zeiten hatt' er wohl ſtudirt, und war
Der Bravſten Schuͤler. Lange hielt er aus; Doch welkes Alter uͤberſchlich uns beide,
Und nahm uns aus der Bahn. Ja, es erquickt mich, Des Edeln zu gedenken.— In der Jugend Hatt' er den Witz, den ich wohl auch bemerkt An unſern jetz'gen Herrn: nur ſcherzen die, Bis ſtumpf der Hohn zu ihnen wiederkehrt,
Eh' ſie den leichten Sinn in Ehre kleiden. Hofmann ſo echt, daß Bitterkeit noch Hochmuth Nie faͤrbten ſeine Streng' und ſeinen Stolz: Geſchah's, ſo wars nur gegen ſeines Gleichen. Und ſeine Ehre zeigt' als trene Uhr
Genau den Punct, wo Zeit ihn reden hieß: Und dann gehorcht' ihr Zeiger ſeiner Hand. Gering're
Behandelt' er als Weſen andrer Art; Bengt ihrer Niedrigkeit den hohen Wipfel
Daß ſie ſich ſtolz durch feine Demuth fuͤhlten, Wie er herabſtieg in ihr armes Lob.
Solch Vorbild mangelt dieſen juͤngern Zeiten; Und waͤr' es da, ſo zeigt' es uns zu ſehr
Als ruͤckwaͤrts Schreitende.
Bert. Sein hohes Lob Glaͤnzt mehr von Euerm Mund' als ſeinem Grabe: So ruͤhmlich preiſt ihn nicht ſein Epitaph, Als Euer koͤnigliches Wort.
Roͤn. O daß ich mit ihm waͤr'! Er ſagte ſtets,— (Mich duͤnkt, ich hoͤr' ihn noch: ſein goldnes Wort Streut' er nicht in das Ohr, er pflanzt' es tief,
Damit es keim' und ich mag nicht eben,“—
—(So ſagt' er oft in liebenswerthem Ernſt
Im letzten Act und Schluß des Zeitvertreibs
Wenn man ſich trennte,)—„ich mag nicht leben
ſprach er,
„Wenns meinerFlamm'an Dehl gebricht, als
Schnuppe
„Der jungen Welt, die mit leichtfert'gem
Sinn
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