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Sz. 1. Ende gut, Alles gut. 9
Bel. So iſts auch mit dem Weglaufen, wenn Furcht die Sicherheit empfiehlt. Aber die Miſchung, die Eure Tapferkeit und Eure Furcht in Euch hervorbringen, iſt eine ſchoͤnbefluͤgelte Tugend, und die Euch wohl anſteht.
Par. Ich bin ſo voller Geſchaͤfte, daß ich dir nicht gleich ſpitzig antworten kann. Ich kehre zuruͤck als ein vollkommner Hofmann: dann ſoll mein Unterricht dich hier naturaliſiren, wenn du anders fuͤr eines Hofmanns Ge— heimniß empfaͤnglich biſt, und begreifen willſt, was wei⸗ ſer Rath dir mittheilt: wo nicht, ſo ſtirb dann in deiner Undankbarkeit, und deine Unwiſſenheit raffe dich hin⸗ weg. Lebe wohl. Wenn du Zeit haſt ſprich dein Gebet; wenn du keine haſt, denk an deine Freunde. Schaff dir einen guten Mann, und halte ihn, wie er dich haͤlt, und ſo leb wohl.
(ab.)
Zel. Oft iſts der eigne Geiſt, der Rettung ſchafft, Die wir beim Himmel ſuchen. Unſrer Kraft Verleiht er freien Raum, und nur dem Tragen, Dem Willenloſen ſtellt er ſich entgegen.
Mein Liebesmuth die hochſte Hoͤh erſteigt,
Doch naht mir nicht was ſich dem Auge zeigt.
Des Gluͤckes weitſten Raum vereint Natur,
Daß ſich das Fernſte kuͤßt, wie Gleiches nur.
Wer kluͤgelnd abwaͤgt, und dem Ziel entſagt,
Weil er vor dem, was nie geſchehn, verzagt,
Erreicht das Groͤßte nie. Wann rang nach Liebe
Ein volles Herz, und fand nicht Gegenliebe?
Des Koͤnigs Krankheit,— täͤuſcht mich nicht, Gedanken; Ich halte feſt, und folg' Euch ohne Wanken.
(ab.)


