4 Ende gut, Alles gut. A. I.
Arbeit, hätte ſich dem Spiel ergeben. Ich wuͤnſchte um des Koͤnigs willen, er lebte noch; ich glanbe, das wuͤrde fuͤr des Koͤnigs Krankheit der Tod ſeyn.
Laf. Wie hieß der Arzt von dem Ihr redet, gnaͤdige rau?
Graͤfin. Er war in ſeiner Kunſt hochberuͤhmt, und zwar mit groͤßtem Recht; Gerhard von Narbonne.
Laf. Allerdings war er ein vortrefflicher Mann, gnaͤ⸗ dige Frau; der Koͤnig ſprach noch neulich von ihm mit Be⸗ wundrung und Bedauern. Er war geſchickt genng um immer zu leben, wenn Wiſſenſchaft gegen Sterbüchkeit in die Schranken treten koͤnnte.
Und woran leidet der Koͤnig, mein theurer errs
Laf. An einer Fiſtel, Herr Graf.
Bert. Das war mir noch unbekannt.
Laf. Ich wollte, man wuͤßte nichts davon!— War dieß junge Maͤdchen die Tochter Gerhards von Rar⸗ bonne?—
Gräfin. Sein einziges Kind, Herr Ritter, und meiner Aufſicht anvertraut. Ich hoffe, ſie wird durch ihre Guͤte erfuͤllen, was ihre Erziehung verſpricht; ihre Anlagen ſind ihr angeerbt, und dadurch werden ſchoͤne Gaben noch ſcho⸗ ner: denn wenn ein unlautres Gemuͤth herrliche Faͤhigkei⸗ ten beſitzt, ſo lobt man indem man bedauert; es ſind Vor⸗ zuge und zugleich Verraͤther: in ihr aber ſtehn ſie um ſo hoͤher wegen ihrer Reinheit.— Ihre Tugend iſt ihr an⸗ geſtammt; ihre Guͤte hat ſie ſich erworben.
Laf. Eure Lobſpruͤche, gnädige Frau, entlocken ihr Thraͤnen!—
Gräfin. Das beſte Salz, womit ein Maͤdchen ihr Lob wuͤrzen kann. Das Gedaͤchtniß ihres Vaters kommt nie in ihr Herz, daß nicht die Tyrannei ihres Kummers alle Farbe des Lebens von ihrer Wange nimmt. Nicht mehr ſo, meine Helena! Nicht ſo! damit man nicht glaube, du pflegſt trau⸗ rig zu ſcheinen, ohne es zu ſeyn!
ſ S Allerdings pflege ich meine Trauer, aber ich beſitze ie auch.
Laf. Gemaͤßigte Klage iſt das Recht des Todten; uͤber⸗ triebner Gram der Feind des Lebenden.
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