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Erſte Szene. Rouſſillon.
(Es treten auf Bertram, die Gräfin von Rouſſillon, He⸗ lena und Lafeu, alle in Trauer.) Gräfin⸗ Indem ich meinen Sohn in die Welt ſchicke, begrabe ich einen zweiten Gemal.
Bert. Und ich, indem ich gehe, theure Mutter, beweine meines Vaters Tod aufs Neue: aber ich muß dem Befehl des Koͤnigs gehorchen, deſſen Muͤndel ich jetzt bin, und immerdar ihm unter worfen.
Laf. Ihr, gnaͤdige Frau, werdet an dem Koͤnige einen Gemal finden; Ihr, Graf, einen Vater. Er, der ſo un⸗ bedingt zu allen Zeiten gut iſt, muß nothwendig auch gegen Euch ſich ſo bewaͤhren, deſſen Werth ſeine Tugend erwecken wuͤrde wo ſie fehlte; und um ſo weniger wird dieſe auch entſtehn, da er ſie im Ueberfluß beſiegt.
Gräfin. Was fuͤr Hoffnung hat man fuͤr die Beſſerung Seiner Majſeſtaͤt?
Laf. Er hat ſeine Aerzte verabſchiedet, gnaͤdige Frau, unter deren Behandlung er die Zeit mit Hoffnung ver⸗ ſchwendet, und in dem Fortgang nur das gewonnen hatte, daß er mit der Zeit auch die Hoffnung verlor.
Graͤfin. Dieſes junge Maͤdchen hatte einen Vater,— (O, dieß hatte!— welcher traurige Gedanke liegt darin!) deſſen Talent faſt ſo groß war, als ſeine Rechtſchaffen⸗ heit. Waͤre es ihr ganz gleich gekommen, es haͤtte die Na⸗ tur unſterblich gemacht, und der Tod, Mangel an


