Teil eines Werkes 
Sechster Theil (1831) Titus Andronicus
Entstehung
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Sz. 1. Die Comodie der Irrungen⸗ 341

Adr. Zwei Gatten ſeh' ich, taͤuſcht mich nicht mein Auge!

Zerz. Der Eine iſt des Andern Genius: Doch nun, wer iſt von beiden äͤchter Menſch, Und wer Erſcheinung? Wer entziffert ſie?

Drom. v. S. Ich Herr, bin heißt mir dieſen gehn.

Drom. v. E. Ich Herr, bin Dromio; bitt Euch, laßt mich ſtehn.

Ant. v. S. Sceh' ich Aegeon? oder ſeinen Geiſt?

Drom. v. S. Mein alter Herr? Wer hat Euch hier gebunden?

Aebt. Wer ihn auch band, die Bande loſ⸗ ich jetzt, Und ſeine Freiheit ſchafft mir einen Gatten. Sprich, Greis Aegeon, wenn du's ſelber biſt, War nicht Aemilie deine Gattin einſt, Die dir ein ſchoͤnes Zwillingspaar geſchenkt? O wenn du der Aegeon biſt, ſo ſprich, Und ſprich zu Ihr der naͤmlichen Aemilia!

Aeg. Wenn alles dieß kein Traum, biſt du Aemilia; Und wenn du's biſt, ſo ſprich, wo iſt der Sohn, Der mit dir ſchwamm auf jenem leid'gen Floß?

Aebt. Von Epidamnern wurden er und ich Mit ſammt dem Zwilling Dromio aufgefangen; Dann kamen rohe Fiſcher aus Corinth,

Die meinen Sohn und Dromio mir entfuͤhrt, Und mich dem Epidamner Schiffe ließen.

Was drauf aus ihnen wurde, weiß ich nicht; Mir fiel das Loos in dem Ihr jetzt mich ſeht.

Ferz. Das paßt ja zu der Maͤhr von heute Morgen! Die zwei Antipholis, ſo taͤuſchend gleich, Und die zwei Dromio, Eins dem Anſehn nach; Dazu der Schiffbruch, deſſen ſie gedenkt! Dieß ſind die Eltern dieſer beiden Soͤhne, Die ſich durch Zufall endlich wiederfinden. Antipholis, du kamſt ja von Corinth?

Aut. v. S. Nein, Herr, ich nicht; ich kam von Syracus.