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Sz. 1. Die Comoͤdie der Irrungen. 337
Mein gnaͤd'ger Herzog, o Gerechtigkeit! Um jenen Bienſt den ich dir vormals that Als in der Schlacht ich uͤber dich mich ſtellte Und tiefe Wunden deinethalb empfing.— Des Blutes halb; das ich fuͤr dich vergaß, Gewaͤhre jetzo mir Gerechtigkeit! 3 Aeg. Wenn Todesfurcht mich nicht bethoͤrt, ſind dieß Mein Sohn Antipholis und Dromio! Ant. v. E. Gerechtigkeit, Mein theurer Fuͤrſt, hier gegen dieſes Weib, Die du mir ſelbſt gegeben haſt zur Frau, Sie hat mir Schmach erzeigt, und Spott und Haß. Bis zu der Krankung hochſtem Uebermaaß: Ja, allen Glauben uͤberſteigt der Schimpf Den ſie mir heut ſo ſchamlos angethan. FZerz. Entdeck ihn mir, du ſollſt gerecht mich finden. Ant. v. E. Heut, großer Fuͤrſt, ſchloß ſie das Haus mir zu, Indeß ſie mit Geſindel drinnen ſchmaußte. Zerz. Ein ſchwer Verhhu Frau haſt du das ge⸗
an Adr. Nein, edler Herr! Ich, Er, und meine Schweſter, Wir aßen heut zuſammen: ich will ſterben, Wenn das nicht falſch iſt, weß er mich beſchuldigt. Luc. Nie will ich ſehn den Tag, noch ruhn die Nacht, Sagt ſie Euch ſchlichte Wahrheit nicht, mein Fuͤrſt. Ang. O falſche Weiber! beide ſchwoͤren Meineid, Denn hierin klagt der Tolle ganz mit Recht. Ant. v. E. Mein Fuͤrſt, 6 weiß genau was ich Euch age; Nicht bin ich durch des Weines Glut verſtort, Noch wild im Kopf durch heft'gen Zorn gereizt. Obgleich ſo großer Schimpf auch Weiſere thoͤrte. Dieß Weib da ſchloß mich aus vom Mittagsmahl; Der Goldſchmied, ſtaͤnd' er nicht mit ihr im Bund, Koͤnnt' es bezeugen, denn er war dabei, Und gieng dann, eine Kette mir zu holen, Wo Balthaſar und ich zuſammen aßen. Als wir geſpeiſ't, und er nicht wieder kam, Sucht' ich ihn auf: ich traf ihn auf der Straße Und in Geſellſchaft jenes andern Herrn. Hier ſchwur der tuͤck'ſche Goldſchmied hoch und theuer, Daß ich indeß die Kette ſchon mpfaharn


