Teil eines Werkes 
Sechster Theil (1831) Titus Andronicus
Entstehung
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334 Die Comödie der Irrungen. A. V. Verwirrt den Geiſt, und muß den Sinn zerſtoren: Und hieraus folgt, durch deine Eiferſucht Ward dein Gemal von Tollheit heimgeſucht. Luc. Wenn ſie ihn ſchalt, ſo war es mild und freundlich, Doch er erwies ſich heftig, rauh und feindlich. Hoͤrſt du den Tadel ruhig an, und ſchweigſt? Adr. Sie weckt mir des Gewiſſens eigne Stimme! Jetzt, Freunde, geht hinein, legt Hand an ihn! Aebt. Mein, keine Seele darf mein Haus betreten. Adr. So ſchickt durch Diener meinen Mann heraus. Aebt. Er ſuchte Schutz in dieſem Heiligthum, Und ſchirmen ſoll es ihm vor Euern Haͤnden, Bis ich ihn wieder zur Vernunft gebracht, Wenn nicht vergeblich alle Muͤhe bleibt. Adr. Ich pflege meinen Mann und ſteh ihm bei, Als Krankenwaͤrterin, das iſt mein Amt; Und keinen Anwald duld' ich als mich ſelbſt; Und deshalb ſoll er mir nach Hanſe folgen. Aebt. Gieb dich zur Ruh, denn ich entlaß' ihn nicht, Bis ich verſucht die oft erprobten Mittel, Heilkraͤft'gen Balſam, Traͤnke, fromm Gebet, Zur Manneswuͤrd' ihn wieder herzuſtellen. Es iſt ein Thun, das mein Geluͤbde heiſcht, Ein Liebeswerk, das meines Ordens Pflicht: Drum geh nur heim, und laß ihn hier zuruͤck. Adr. Ich will nicht ſort, meinen Mann Euch aſſen; Und wenig ziemt ſichs Eurer Heiligkeit, Den Gatten ſo von ſeiner Frau zu trennen. Aeht. Sey ſtill, und 6e hier; ich geb' ihn nicht. (Aebtißin geht ab.) Lue. Dem Herzog klage, wie man hier dich kraͤnkt! Adr. Komm mit, ich will mich ihm zu Fuͤßen werfen, Und nicht aufſtehn, bis ich mit Flehn und Thraͤnen Den Herzog ruͤhrte, daß er ſelber komme, Und der Aebtißin meinen Mann entreiße. Raufm. Der Zeiger denk ich, weiſt jetzt grad auf

Funf; Und ſicher kommt der Fuͤrſt alsbald hieher,