332 Die Comoͤdie der Irrungen. A. V.
Auf ſeinem Schiff jetzt unter Segel waͤr. Von mir habt Ihr die Kette; koͤnnt Ihrs laͤugnen? Ant. v. S. Mich duͤnkt von Euch: noch hab ich's nie gelaͤugnet. Raufm. O ja, Ihr thatets, Herr, und ſchwurt
ogar! Ant. v. S. Wer hoͤrte mich das laͤugnen und ver⸗ ſchwoͤren? Raufm. Mit dieſen Sie weißt du, hoͤrt ich's 1
eiblt, Schaͤm' dich, Elender, daß du lebſt und wandelſt, Wo Maͤnner dir von Ehre je begegnen! Ant. v. S. Du biſt ein Schurke, klagſt du ſo mich an, Ich will dir meine Ehr' und Redlichkeit Sogleich beweiſen, wagſt du's mir zu ſtehn. Raufm. Ich wag's, und fordre dich, als einen Schurken. (ſie ziehn.)
(Adriana, Luciana, die Courtiſane und Diener kommen.)
Adr. Halt! thut ihm ihtt Um Gott, er iſt ver⸗ ruͤckt;
Fuͤhrt ihn von hier, nehmt ihm den Degen weg;
Auch Dromio bindet; bringt ſie in mein Haus!
Drom, v. S. Lauft Herr, 3 Gotteswillen! Sucht
ein Haus:
Hier iſt ein Kloſter; fort, ſonſt faͤngt man uns.
(Antipholis und Dromio flüchten ſich in die Abtei.)
(Die Aebtißin tritt auf.)
Aebt. Seyd ruhig, Leute; welch Gedraͤng' iſt hier? Adr. Ich will zu meinem armen tollen Mann; Laßt uns hinein, damit wir feſt ihn binden, Und fuͤhren ihn nach Haus, daß er geneſe. Ang. Ich dacht' es gleich, er ſey nicht recht bei Sinnen! Raufm. Nun thut mirs leid, daß ich den Degen zog. Aebt. Seit wann befiel der Wahnſinn dieſen Mann? Adr. Die letzte Woche war er truͤb' und ſtill, Und finſter, ganz ein andrer Mann wie ſonſt:
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