8 Titus Andronicus. A. I.
Den Bruͤdern dar, als letzte Huldigung:— Und weine knieend dir zu Fuͤßen auch Der Freude Thraͤnen, weil du heimgekehrt. O ſegne mich mit deiner Siegerhand, Die Beſten Rom's erfreu'n ſich ihrer That. Tit. O gut'ges Rom, das liebreich aufbewahrt Die Staͤrkung meines Alters, mir zum Troſt! Lavinia, uͤberleb' als Preis der Tugend Den Vater in des Nachruhms ew'ger Jugend! Mare. Lang' lebe Titus, mein geliebter Bruder, Als hohen Triumphator grußt ihn Rom. Tit. Dank, mein Tribun, mein edler Bruder Marcus. Marc. Willkommen Neffen, aus glorreicher Schlacht, Ihr die noch lebt, und Ihr die ſchlaft in Ruhm. Ihr Tapfern, die fuͤr Eures Landes Wohl Das Schwerdt gezuckt,— Eu'r Loos iſt voͤllig gleich! Doch ſichrern Glanz beut dieſer Leichenpomp, Der das erreicht, was Solon Gluͤck genannt, Und das Geſchick im Bett des Ruhms beſiegt.— Titus Andronicus, das roͤm'ſche Volk Deß Freund du warſt von je nach ſtrengem Recht) Schickt dir durch mich, als Anwald und Tribun, Dieß weiße Kleid von unbeflecktem Glan Und nennt fuͤr dieſes Reiches Kaiſerwahl Dich nebſt den Soͤhnen unſres letzten Herrn. Sey Candidatus dann, und leg' es an, Und hilf zum Haupte dem hauptloſen Rom.
Tit. Ein beßres Haupt gebuͤhrt ſo edlem Leib Als meins, das laͤngſt von Schwaͤch' und Alter wankt. Wie traͤa' ich dieß Gewand Euch zur Beſchwer? Ihr waͤhltet heut mit lautem Beifall mich, Und morgen gaͤb' ich Kron' und Leben auf, Und ſchafft Euch allen neue Sorg' und Noth! Ich war dein Krieger, Rom, an vierzig Jahr, Und fuͤhrte meines Volkes Macht mit Gluͤck, Legt' Einundzwanzig tapfre Soͤhn' ins Grab: Im Kampf erhoͤht zu Rittern, fielen ſie In tapfrer Feldſchlacht fuͤr des Landes Wohl.— Gebt einen Ehrenſtab mir altem Mann, Kein Scepter reicht mir, das der Welt gebeut: Eur letzter Kaiſer fuhrt' es grad' und feſt. Warec. Titus, das Reich erhalt und fordre du!—
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