Teil eines Werkes 
Fünfter Theil (1831) Coriolanus
Entstehung
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Anmerkungen.

Maaß fuͤr Maaß.

Auch von dieſem merkwuͤrdigen, tieffinnig gearbeiteten Schau⸗ ſpiele haben wir keine Quart⸗Ausgabe, und der Critik erwachſen in ihm um ſo ſchwierigere Aufgaben, weil der Dichter vielleicht nirgend wieder ſo ſeiner Laune gefolgt iſt, die Sprache willkühr⸗ lich zu gebrauchen und uneigentliche Ausdrücke, ſeltne Worte und überraſchende und ungewöhnliche Wendungen zu ſuchen. So iſt die Conſtruktion oft ſchwer zu verſtehn, und der Vers, zum Leidweſen der Engliſchen Editoren vielmals entſtellt und zer⸗ brochen, die ſich dann durch Flickwörtchen wie Auslaſſungen be⸗ mühen, ihm wieder aufzuhelfen. Daß Shakſpear den herge⸗ brachten jambiſchen Vers faſt ganz fallen läßt, oder ihn vielmehr durch Pauſen, Härten, überfluſſige Sylben erſt recht zum dra⸗ matiſchen erhebt, charakteriſirt alle ſeine ſpätern Arbeiten, in welchen er ſeltener die Melodie und die Symmetrie des Verſes ſucht, die mehr ein Kennzeichen ſeiner frühren Schauſpiele ſind. Die deutlichere Erörterung, wie er verſchiedenartig den Vers ge⸗ nommen, was er im Drama ſeyn könne, muß, wie die be⸗ ſtimmtere Erklärung einzelner ſchwerer Stellen eigenen Aufſätzen vorbehalten werden, weil ſie in dieſen Anmerkungen zu vielen Raum einnehmen, und für den Leſer doch nicht überzeugend ſeyn dürften. Dem Kenner genügen vielleicht Winke.

Die Schwierigkeiten, der herbe Styl, die ſonderbare Sprache dieſes finſtern und tiefſinnigen Schauſpieles deuten darauf hin, daß es in den letzten Jahren des Dichters geſchrieben ſein müſſe. Die Gründe, aus welchen es Malone ſchon dem Jahre 1608 zuſchreibt, ſind alle ſehr ungenügend und oberflächlich. Ich würde es um die Zeit von 1611 12 ſtellen. Da es erſt in der Folio 1623 erſchien und vorher nicht namentlich erwähnt wird, ſo haben wir keine hiſtoriſche Beſtimmung, welchem Jahre es angehört.

Von einem Schauſpiel-Dichter G. Whetſtone giebt es ein Luſtſpiel in zwei Theilen Promos and Cassundra ſchon 1578 ge⸗ druckt, welches dieſelbe Geſchichte, nicht ohne Witz und poetiſches Talent darſtellt.Es iſt ungewiß, ob es geſpielt wurde.

S. 293. Z. 14. v. o. Wie Euer Edelſinn und Werth verdient, Und laßt ſie wirken. Die vielbeſtrittne Stelle im Original lautet: remains,

But that to Vour snfliciency, as your worth is able, And let them work.

Vat bezieht ſich auf das stength des vorigen Verſes, Vour Worth is able dieſe strength zu bekommen, die ich euch

Then no more