Teil eines Werkes 
Fünfter Theil (1831) Coriolanus
Entstehung
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Anmerkungen.

Antonius und Cleopatra.

Dieſe Tragödie wurde 1608 9 geſchrieben, unmittelbar nach dem Cäſar, und ſie gewinnt an Verſtändniß, wenn man ſie als die Fortſetzung oder als den zweiten Theil dieſes Schauſpiels anſieht. Dann iſt dieſes Gedicht die gewaltige Vollendung jener Zerſtörung, die im Cäſar gleichſam nur gelinde beginnt. Wie dieſe Tragödie ſich ruhig und einfach fort bewegt und der Held auch im Untergehn ſich ſanft ſeinem Schickſal ergiebt und mit der hohen Grazie eines edlen Geiſtes ſtirbt, ſo iſt Antonius heftig und überſchreitet immerdar das Maaß, im Glück übermüthig, im unglück verzweifelt und tolltühn. In dieſem Geiſt bewegt ſich das Schauſpiel auch gewaltſam und ſpringend. Es verbindet un⸗ gleichartige Elemente und ſtimmt mehr wie einmal den Ton der Comödie an. Antonius geht in Uebermuth und Trägheit unter. Brutus, weil er eine Welt⸗Revolution mit Kurzſichtigkeit unter⸗ nimmt, und Coriolan, weil er ſeinem heroiſchen Egoismus nachgiebt.

S. 28 ½. 3 15. v 1

So wollt' ich denn, du wärſt der einz'ge Rachen! Man lieſet nach Johnſons Verbeſſerung: Then, world, thou hast a pair of chaps, no more;

Die alte Leſeart: Then' zbonld thou hast etc. läßt ſich wohl erklären, wenn man thou auf death bezieht, womit Eros ſeine Rede beſchließt: all the food thon hast hat der ueberſetzer durch ganze Welt gegeben. Schwierig bleibt die Stelle immer, man mag Johnſons Aenderung, die man eine Umarbeitung nen⸗ nen kann, annehmen oder nicht. Er liſet nachher noch: PheyM grind the one he other, wenn das Original nur hat: Theyl grind the other.

Es iſt zu beklagen, daß es von dieſen drei Schauſpielen aus der römiſchen Geſchichte keine früheren Quartausgaben giebt; durch dieſen Mangel kann man ſich bei einigen Stellen, die in der Folio als verdruckt erſcheinen, nur durch gewagte Emenda⸗ tionen helfen.

S. 250. Die erſte Rede des Antonius iſt nach der Inter⸗ punktion des Originals überſetzt; die neuere Eintheilung giebt auch einen Sinn, doch iſt die Aenderung unnöthig.