Teil eines Werkes 
Fünfter Theil (1831) Coriolanus
Entstehung
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372 Maaß fuͤr Maaß. A. V.

erz. Ward Euch ſchriftlicher Befehl? chließ. Nein, gnaͤd'ger Söe war ein muͤndlich Wort. Zerz. Und dafuͤr ſeyd Ihr Eures Amts entſetzt: Gebt Eure Schluͤſſel ab. S Schließ. Verzeihung, gnäd'ger Fuͤrſt: Mir ahnt', es ſey ein Fehl, doch wußt' ich's nicht, Und als ich uͤberlegt, hab' ich's bereut. Deß zum Beweis blieb Einer im Verhaſt, Dem ſonſt ein muͤndlich Wort den Tod erkannt, Und den ich leben ließ. Zerz. Wer? SSchließ. Bernardino. e Berz. O, haͤtt'ſt dn doch an Claudio das gethan! Geh', hol' ihn her, ich will ihn ſehn.(Schließer geht.) Ese. Mich ſchmerzt, Daß ein ſo weiſer, ſo gelehrter Mann Als Ihr, Lord Angelo, mir ſtets erſchient, So groͤblich fehlte: erſt, durch heißes Blut, Und Mangel richt'gen Urtheils hinterher. Ang. Mich ſchmerzt, daß ich Euch dieſen Schmerz be⸗ reitet; Und ſolche Reu durchdringt mein wundes Herz, Daß mir der Tod willkommner ſcheint als Gnade. Ich hab' ihn wohl verdient, und bitte drum!

Der Schließer, Bernardin, Claudio und Julia kommen zurück.)

Zerz. Welcher iſt Bernardin? Schließ. Der, gnädiger Herr.

Serz. Ein Moͤnch erzaͤhlte mir von dieſem Mann. Hoͤr' an! man ſagt, du ſey'ſt verſtocktes Herzens, Du fuͤrchteſt nichts jenſeit des Irdiſchen, Und dem entſpricht dein Thun. Du biſt verurtheilt; Doch deine Schuld auf Erden ſey verziehn: So ſtrebe nun, daß ſolche Huld dich leite Auf beßre Zukunft. Pater, unterweißt ihn, Ich laß ihn Euch. Wer iſt der Eingehuͤllte? Schließ. Noch ein Gefangner iſts, den ich gerettet, Der ſterben ſollt', als Clandio ward enthauptet, Und faſt dem Claudio gleich, als wie ſich ſelbſt.

Zerz. Wenn er ihm ähnlich ſieht, um ſeinethalb Sey ihm verziehn; und Eurer Anmuth halb