Teil eines Werkes 
Fünfter Theil (1831) Coriolanus
Entstehung
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364 Maaß füͤr Maaß. A. V.

Mar. Verzelht, mein Fuͤrſt, nicht zeig' ich mein Geſicht, Bis mein Gemahl es heißt. Zerz. Seyd Ihr vermaͤhlt? War. Nein, gnaͤd'ger Herr. Zerz. Sey Ihr ein Maͤdchen?

3 So ſeyd Ihe W MWar. Nein. erz. So ſeyd Ihr Wittwe? War. Auch nicht. . Berz. Nun, dann ſeyd Ihr

Gar nichts; nicht Maͤdchen, Wittwe nicht, noch Frau.

Luc. Gnaͤdiger Herr, es wird wohl ein Schaͤtzchen ſeyn, denn die ſind gewoͤhnlich weder Maͤdchen, Wittwen, noch Frauen.

Berz. Schweigt doch den Menſchen! Haͤtt' er Urfach nur Zu ſchwatzen fuͤr ſich ſelbſt!

Luc. Gut, gnaͤd'ger Herr.

War. Ich muß geſtehn, ich war niemals vermaͤhlt, Und ich geſteh' es auch, ich bin kein Maͤdchen. Ich hab' erkannt ihn, doch mein Mann erkennt nicht Daß er mich je erkannt.

Luc. So war er alſo betrunken, gnadiger Herr, es kann nicht anders ſeyn.

Berz. Ich wellt, du waͤrſt es i ſo ſchwiegſt du

endlich. Luc. Gut, mein Fuͤrſt. Berz. Dieß iſt kein Zeugniß fuͤr Lord Angelo. Mar. Nun komm' ich drauf, mein Fuͤrſt. Sie, die ihn anklagt um verletzte Zucht, Dadurch zugleich verklagt ſie meinen Gatten; Und zwar erwaͤhnt ſie ſolcher Zeit, mein Fuͤrſi, Wo ich bezeug!, ich ſelbſt umarmt ihn damals In Lieb' und Zaͤrtlichkeit. Ang. Meint ſie wen ſonſt, als mich? War. Nicht daß ich wuͤßte! Serz. Nicht? Ihr ſagtet, Euer Gatte? War. Ja wohl, mein Fuͤrſt: und das iſt Angelo, Der glaubt, daß er mich niemals hat beruͤhrt, Und waͤhnt, daß Iſabella ihn umarmt. Ang. Das geht zu weit! Laß dein Geſicht uns ſehn. Mar. Mein Gatte forderts, dann entſchleyr' ich mich. (Sie nimmt den Schleyer ab.) Sieh dieß Geſicht, grauſamer Angelo,