Teil eines Werkes 
Fünfter Theil (1831) Coriolanus
Entstehung
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Sz. 1. Maaß fuͤr Maaß. 361

So waͤr' er nichts, mein Fuͤrſt: doch er iſt mehr; Haͤtt' ich mehr Namen nur fuͤr Schaͤndlichkeit! Herz. Bei meiner Ehre! Iſt ſie verruͤckt, und anders glaub' ich nicht, So hat ihr Unſinn ſelt'ne Form von Sinn; So viel Zuſammenhang von Wort zu Wort, Als ich in Tollheit nie gehoͤrt. Iſab. O Fuͤrſt, Nicht dieſes Wort! Verbanne nicht Vernunft Als widerſprechend; nein, laß deine dienen, Wahrheit hervorzurufen, die verhuͤllt, Und falſche bergend, die als wahr erſcheint. Zerz. Manchem Geſunden fehlt wohl mehr Verſtand. Was wolltſt du ſagen? Iſab. Ich bin die Schweſter eines Claudio, Herr, Der wegen Unzucht ward verdammt zu buͤßen Mit ſeinem Haupt; verdammt von Angelo. Mir, der Novize einer Schweſterſchaft, Ward Botſchaft von dem Bruder: und ein Lucio Kam mit der Nachricht. Luc. Das bin ich, mit Gunſt. Ich kam zu ihr von Claudio, und bewog ſie Ihr ruͤhrend Fuͤrwort bei Lord Angelo Fuͤr ihren armen Bruder zu verſuchen. Iſab. Ja, dieſer iſts. Berz. Czu Lucio.. Euch hieß man nicht zu reden. Luc. Nein, gnaͤd'ger Herr, Doch auch zu ſchweigen nicht. Zerz. So thu ich's jetzt; Ich bitt' Euch, merkt Euch das, und habt Ihr einſt Zu ſprechen fuͤr Euch ſelbſt, dann fleht zum Himmel Daß Ihr nicht ſtecken bleibt. Luc., Herr, dafuͤr ſteh' ich. Berz. Steht fuͤr Euch ſelber! Nehmt Euch wohl in Acht! Iſab. Der Herr erzaͤhlte den Beginn der Sache. Luec. Recht! Zerz. Recht mags ſeyn; doch Ihr ſeyd ſehr im Unrecht Zu ſprechen vor der Zeit. Fahrt fort. Iſab. Ich kam Zu dieſem gottlos ſchaͤndlichen Regenten, Berz. Das ſieht faſt aus wie Wahnſinn!

Iſab. Herr, verzeiht, Das Wort paßt fuͤr die Sache.