Teil eines Werkes 
Fünfter Theil (1831) Coriolanus
Entstehung
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Sz. 3. Maaß fuͤr Maaß. 355

Sie ſollen ihm am Thor entgegenziehn, Dort ihre Macht abliefern: Koͤnnt Ihrs, leitet Die Klugheit in den Pfad, wie ich es wuͤnſche, Und Ihr kuͤhlt Euern Sinn an dem Verworfnen, Euch wird des Fuͤrſten Huld, dem Herzen Rache Und allgemeines Lob.

Iſab. Ich folg' Euch gern.

Zerz. So gebt dem Bruder Peter dieſen Brief, Er iſts, der mir des Herzogs Heimkehr ſchrieb. Sagt, auf dieß Zeichen lad' ich ihn heut Nacht In Marianens Wohnung. Ihre Sach' und Eure Leg' ich in ſeine Hand; er bringt Euch vor Den Fuͤrſten: Dann dem Angelo ins Antlitz Klagt lauter ihn und lauter an. Ich Armer Bin durch ein heiliges Geluͤbd' gebunden,

Das fern mich haͤlt. Nun geht mit dieſem Brief, Erleichtert Euer Herz, und bannt vom Aug'

Dieß herbe Naß: Traut meinem heil'gen Orden, Ich rath Eu'r Beſtes. Wer da?

(Lucio kommt.)

Luc. Guten Abend! Moͤnch, ſag wo iſt der Schließer? Zerz. Nicht zugegen.

Luc. O, ſchoͤne Iſabella, mein ganzes Herz erblaßt, deine Augen ſo roth zu ſehn! du mußt Geduld faſſen. Ich muß mich auch drin finden, Mittags und Abends mit Waſſer und Mehl zufrieden zu ſeyn; ſo lieb mein Kopf mir iſt, darf ich meinen Bauch nicht fuͤllen; eine einzige derbe Mahlzeit, und ich waͤre geliefert. Aber wie es heißt, kommt der Herzog morgen wieder: bei meiner Seele, Iſa⸗ bella, ich liebte deinen Bruder: haͤtte nur der alte phan⸗ taſtiſche Herzog, der Winkelkriecher, zu Hauſe geſeſſen, er

lebte noch! (Iſabella geht ab.)

Zerz. Herr, der Herzog iſt Euern Reden uͤber ihn außerordentlich wenig Dank ſchuldig; das Beſte iſt nur, daß Eure Schildrung ihm nicht gleicht.

Luc. Geh nur Moͤnch, du kennſt den Herzog nicht ſo wie ich; er iſt ein beßrer Wildſchuͤtz als du denkſt.

SZerz. Nun, Ihr werdet dieß einmal zu verantworten haben. Lebt wohl! n