Teil eines Werkes 
Fünfter Theil (1831) Coriolanus
Entstehung
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Sz 3. Maaß für Maaß.

D i (Pompejus tritt auf.)

Pompejus.

Ich bin hier ſo bekannt, als ichs in unſerm eignen Hauſe war; man ſollte meinen, es waͤre das Haus der Fran Ueberlei, denn hier kommen eine Menge von ihren alten Kunden zuſammen. Fuͤrs erſte iſt hier der junge Herr Raſch; der ſitzt hier fuͤr eine Proviſion von Packpapier und altem Ingwer, hundert ſieben und neunzig Pfund zuſam⸗ men, woraus er fuͤnf Mark baares Geld gemacht: freilich muß der Ingwer eben nicht ſehr geſucht geweſen ſeyn, und die alten Weiber waren wohl eben alle geſtorben. Dann iſt hier ein Herr Capriole, den Meiſter Drephaar der Sei⸗ denhaͤndler eingeklagt hat; fuͤr ein drei oder vier Stuͤck ſchwarzen Atlas hat er ihn in unſte Geſellſchaft einge⸗ ſchwaͤrzt. Dann haben wir hier den jungen Schwindlich, und den jungen Herrn Fluchmaul, und Herrn Kupfer⸗ ſporn, und Herrn Hungerdarm den Dolch⸗ und Degen⸗ mann, und den jungen Fegeſack, der den luſtigen Pud⸗ ding todt ſchlug; und Junker Stichfeſt, den Klopffechter, und den ſchmucken Herrn Schuhriem, den weitgereiſten; und den wilden Halbnoͤſel, der dem Krug den Garaus machte, und ich glaube ihrer Vierzig mehr; lauter tapfre Leute in unſrer Handtirung, und werden jetzt heimgeſucht um des Herrn willen.

(Grauslich kommt.)

Grausl. Fort Kerl! Hohl uns Bernardin her!—

Pomp. Meiſter Bernardin! Ihr muͤßt wach werden und Euch haͤngen laſſen! Meiſter Bernardin!—

Grausl. He, Holla! Bernardin!—

Bern. Daß Euch das Donnerwetter uͤbern Hals kaͤme! Wer macht den Larm da? Wer ſeyd Ihr?

Pomp. Euer guter Freund, mein Herr, der Henker; Ihr muͤßt ſo gut ſeyn mein Herr, und aufſtehn, und Euch hinrichten laſſen!

Bern. Fort du Schurke, fort ſag⸗ ich, ich will ſchlafen.