Teil eines Werkes 
Fünfter Theil (1831) Coriolanus
Entstehung
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Sʒ. 2. Maaß fuͤr Maaß. 347

Schließ. Seitdem die Abendglock' ertönte, Nlemand. Berz. Nicht Iſabella? Schließ. Nein. Herz. Dann kommen ſie. Schließ. Iſt Troſt fur Clandio? Zerz. Ein'ge Hoffnung bleibt.

Schließ. Das iſt ein ſcharfer Richter!—

Zerz. Das nicht! das nicht! Sein Leben folgt genau Der ſtrengen Richtſchnur ſeines ernſten Rechts. In heiliger Enthaltſamkeit bezwingt er An ſich, was ſeine Herrſchermacht mit Nachdruck In Andern ſtrebt zu daͤmpfen, Schwaͤrzt' ihn ſelbſt Was er beſtraft, dann waͤr' er ein Tyrann; Doch ſo iſt er gerecht.— Jetzt ſind ſie da.—

(Es wird geklopft. Schließer ab.)

Der Mann iſt mild! Und ſelten, daß geneigt Der harte Schließer ſich dem Menſchen zeigt! Was giebts? Wer pocht? Das iſt ein haſt'ger Geiſt, Der ſo mit Klopfen ſchlaͤgt an's ſtille Thor!— (Der Schließer kommt zurück, und ſpricht zu Einem draußen.)

Schließ. Laßt ihn noch warten, bis der Pfoͤrtner kommt Ihn einzulaſſen; er iſt unterwegs.

Zerz. Ward der Befehl noch nicht zuruͤckgenommen? Muß Claudio morgen ſterben?

Schließ. Keine Aendrung! BZerz. Wie nah die n Slehe⸗ dennoch off' ich, Vor Tagesanbruch hoͤrt Ihr mehr. Schließ. Vielleicht

Wißt Ihr etwas? Doch furcht' ich ſehr, ihm wird Begnad'gung nicht: ſolch Beiſpiel ſah ich nie; Und uͤberdem hat ſelbſt vom Richterſtuhl Lord Angelo dem Ohr des ganzen Volks Das Gegentheil erklärt.

(Ein Bote kommt.)

Zerz. Ein Diener des Regenten.

Schließ. Der bringt fuͤr Claudio die Begnadigung.

Bote. Mein Herr ſendet Euch dieſe Zeilen, und durch mich den muͤndlichen Anftrag, daß Ihr nicht von dem kleinſten Punkt derſelben abweichen ſollt„ weder in Zeit,