Teil eines Werkes 
Fünfter Theil (1831) Coriolanus
Entstehung
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346 Maaß fuͤr Maaß. A. W.

Pomp. Freilich; denn ſind Anzug und Halsſchmuck ihm auch zu ena, der ehrliche Mann haͤlt ſie doch fuͤr weit genug; und findet Euer Dieb ſie zu vollſtaͤndig und derb, der ehrliche Mann haͤlt ſie fuͤr eng genng. Auf die Weiſe muß jede Art von Anzug fuͤr den Dieb paſſend und an⸗ ziehend gemacht werden koͤnnen.

(Der Schließer kommt zurück.)

Schließ. Nun, ſeyd Ihr einig?

Pomp. Herr, ich will ihm dienen; denn ich ſehe, ſo ein Henker hat doch ein bußfertigeres Gewerbe, als ſo ein Kuppler; er bittet oͤfter um Vergebung.

Schließ. Ihr da, haltet Ener Beil und Euern Block auf morgen um vier Uhr in Bereitſchaft.

Grausl. Komm mit, Kuppler, ich will dich in meiner Handtirung unterrichten; folge mir.

Pomp. Ich bin ſehr wißbegierig, Herr, und ich hoffe, wenn Ihr einmal Gelegenheit habt, mich fuͤr Euch ſelbſt zu brauchen, Ihr ſollt mich ruͤhrig finden; und wahrhaf— tig, Herr, Ihr habt ſo viel Guͤte fuͤr mich, daß ich Euch wieder gefaͤllig ſeyn moͤchte.

Schließ. Ruft mir den Bernardin und Claudio her.—

(Grauslich und Pompejus gehn ab.) Der thut mir leidz doch jener Moͤrder nicht, Und waͤr's mein Sohn, ich gaͤb' ihn dem Gericht. (Claudio tritt auf.) Hier iſt dein Todesurtheil, Clandio, lies; Jetzt iſt es Mitternacht; um acht Uhr fruͤh Gehſt du zur Ewigkeit.— Wo iſt Bernardin?

Claud. So feſt im Schlafe, wie ſchuldloſe Arbeit,

Wenn ſie des Wandrers Glieder ſchwer belaſtet; Er wird nicht wach. Schließ. Ihm kann auch keiner helfen.

Nun geht, bereitet Euch.— Horcht, welch Geraͤuſch?

(Man hört klopfen. Elaudio geht ab.) Gott woll' Euch Troſt verleihn! Schon gut! ich komme!— Ich hoff', es iſt Begnad'gung oder Aufſchub Fuͤr unſern guten Claudio.— Willkommen, Vater!—

(Der Herzog tritt auf.)

Berz. Der Nacht heilſamſte, beſte Geiſterſchaar lmhuͤll' Euch, guter Schließet! War hier Riemand?