Teil eines Werkes 
Fünfter Theil (1831) Coriolanus
Entstehung
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336 Maaß fuͤr Maaß. A. III.

Lur. Schminkt ſich Brigittchen noch immer, Pom⸗ ejus? ib. Fort mit Euch! Kommt jetzt!—

Pomp. Ihr wollt alſo dann nicht Buͤrge ſeyn, Herr?

LZuc. Weder dann noch jetzt.— Was giebts auswärts Neues, Pater?— Was giebts Neues?—

Elb. Fort mit Euch! Kommt jetzt!—

Luc. Fort, in's Hundeloch, Pompeins! Fort!—

(Elbogen, Pompejus und Gerichtsdiener gehn ab.) Was giebts Neues vom Herzog, Pater?—

Zerz. Ich weiß nichts; koͤnnt Ihr mir etwas mit⸗ theilen?

Luc. Einige ſagen, er ſey bei'm Kaiſer von Rußlandz er ſey nach Rom gereiſt. Wo meint Ihr, daß er ſey.

Zerz. Ich weiß es nicht; aber wo er ſeyn mag, wuͤnſch'

ich ihm Gutes. Luc. Das war ein toller, fantaſtiſcher Einfall von ihm, ſich aus dem Staat weazuſtehlen, und ſich in die Bettelei zu werfen, zu der er nun einmal nicht geboren iſt. Lord Angelo herzogt indeß recht tapfer in ſeiner Abweſenheit; er nimmt das galante Weſen rechtſchaffen in's Gebet.

Herz. Daran thut er wohl.

Zuc. Ein wenig mehr Milde fuͤr die Liederlichkeit koͤnnte ihm nicht ſchaden, Pater; etwas zu ſauertoͤpfiſch in dem Punkt, Pater.

gerz. Es iſt ein zu allgemeines Laſter, und nur Strenge kann es heilen.

Luc. Freilich, das Laſter iſt von großer Familie und vornehmer Verwandtſchaft; aber es iſt unmoglich, es ganz auszurotten, Pater, man muͤßte denn Eſſen und Trinken abſchaffen. Man ſagt, der Angelo ſey gar nicht auf dem ordentlichen Wege der Natur von Mann und Weib er⸗ zeugt; ſollte das wohl wahr ſeyn? Was meint Ihr?

Zerz. Wie waͤre er denn erzeugt?

Luc. Einige erzählen, eine Meernire habe ihn ge⸗ laicht; andre, er ſey von zwei Stockfiſchen in die Welt geſetzt: aber das iſt gewiß, daß wenn er ſein Waſſer ab⸗ ſchlagt, der Urin gleich zu Eis gefriert: daran iſt nicht der mindſte Zweifel; er iſt eine Marionette ohne Zeugungs⸗ kraft, das kann nicht in Abrede geſtellt werden.

Ferz. Ihr ſcherzt, mein Herr, und fuͤhrt loſe Reden.