14 Coriolanus. A.
Pirg. Ich bin erfreut Euch zu ſehn, verehrte Frau. Pal. Was macht ihr beide? Ihr ſeyd ausgemachte Haushaͤlterinnen. Wie!— Ihr ſitzt hier und naͤht?—
Ein artiges Vergnuͤgen, das muß ich geſtehn.— Was
macht Euer kleiner Sohn?
Pirg. Ich danke Euch, edle Frau, er iſt wohl.
Vol. Er mag lieber Schwerdter ſehn und die Trommel hoͤren, als auf ſeinen Schulmeiſter acht geben. z
Pal. Ol auf mein Wort; ganz der Vater. Ich kann's beſchwoͤren, er iſt ein allerliebſter Knabe. Nein wahrlich, ich beobachtete ihn am Mittwoch eine halbe Stunde unun⸗ terbrochen: er hat etwas ſo Entſchloßnes in ſeinem Beneh⸗ men. Ich ſah ihn einem glaͤnzenden Schmetterling nach⸗ laufen; und als er ihn gefangen hatte, ließ er ihn wieder fliegen, und nun wieder ihm nach; und fiel der Laͤnge nach hin, und wieder aufgeſprungen, und ihn noch einmal ge⸗ fangen. Hatte ihn ſein Foll boͤſe gemacht, oder was ihm ſonſt ſeyn mochte; aber er knirſchte ſo mit den Zaͤhnen zerriß ihn. O! ihr koͤnnt nicht glauben, wie er ihn zerfetzte.
Pr Eine von ſeines Vaters Launen.
Pal. Ei wahrhaftig! er iſt ein edles Kind.
Pirg. Ein kleiner Wildfang, Valeria.
Val. Kommt, legt Eure Stickerei weg, Ihr muͤßt heut Nachmittag mit mir die muͤß'ge Hausfrau machen.
Pirg. Nein, theure Frau, ich werde nicht ausgehn.
Pal. Nicht ausgehn?
Pol. Sie wird, ſie wird.
Pirg. Nein, gewiß nicht; erlaubt es mir. Ich will nicht uͤber die Schwelle ſchreiten, ehe mein Gemahl aus dem Kriege heimgekehrt iſt.
Pal. Pfui! wollt Ihr, ſo wider alle Vernunft, Euch einſperren? Kommt mit, Ihr mißt die gute Freundin be⸗ ſuchen, die im Kindbett liegt.
birg. Ich will ihr eine ſchnelle Geneſung wuͤnſchen,
und ſie mit meinem Gebet beſuchen; aber hingehn kann ich nicht.
Pol. Nun, warum denn nicht? 8 i Es iſt gewiß nicht Traͤgheit oder Mangel an Liebe.
bal. Ihr waͤret gern eine zweite Penelope; und doch ſagt man, alles Garn, das ſie in Ulyſſes Abweſenheit ſpann, fuͤllte Ithaca nur mit Motten. Kommt; ich wollte


