Teil eines Werkes 
Fünfter Theil (1831) Coriolanus
Entstehung
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Sz. 3. Coriolanus. 13

wo er hoffen konnte, Ruhm zu finden. In einen grauſa⸗ men Krieg ſandte ich ihn, aus dem er zuruck kehrte, die Stirn mit Eichenlaub umwunden. Glaube mir, Tochter, mein Herz huͤpfte nicht mehr vor Freuden, als ich zuerſt hoͤrte, er ſey ein Knabe, als jetzt, da ich zuerſt ſah, er ſey ein Mann geworden.

Pirg. Aber waͤre er nun in der Schlacht geblieben, theure Mutter, wie dann?

Vol. Dann waͤre ſein Nachruhm mein Sohn geweſen; in ihm haͤtte ich mein Geſchlecht geſehn. Hoͤre mein offen⸗ herziges Bekenntniß: Hätte ich zwolf Soͤhne, jeder meinem Herzen gleich lieb, und keiner mir weniger theuer als Dein und mein guter Marcius, ich wollte lieber eilf fuͤr ihr Va⸗ terland edel ſterben ſehn, als einen einzigen in wolluͤſtigem Muͤßiggang ſchwelgen.

(Es tritt eine Dienerin auf).

Dien. Edle Frau, Valeria wuͤnſcht Euch zu ſehn.

Virg. Ich bitte, erlaubt mir, mich zuruͤck zu ziehn.

Vol. O nein! das ſollſt Du nicht.

Mich duͤnkt bis hier toͤnt deines Gatten Trommel, Er reißt Aufidius bei den Haaren nieder;

Wie Kinder vor dem Baͤren, fliehn die Polsker. Mich duͤnkt ich ſeh's! So ſtampft er, und ruft aus: Memmen, heran! in Furcht ſeyd ihr gezeugt; Obwohl in Rom geboren. Und er trocknet

Die blut'ge Stirn mit eh'rner Hand, und ſchreitet So wie ein Schnitter, der ſich vorgeſetzt

Alles zu mähn, wo nicht den Lohn zu miſſen.

Pirg. Die blut'ge Stirn! 0 Jupiter! kein Blut.

Vol. O ſchweig, du Thoͤrin! ſchoͤner ziert's den Mann Als Gold⸗Trophaͤn. Die Bruſt der Hekuba War ſchoͤner nicht, da ſie den Hektor ſaͤngte,

Als Hektors Stirn, die Blut entgegenſpritzte Im Kampf den Griechen⸗Schwerdtern. Sagt Valerien, Wir ſind bereit, ſie zu empfangen. (Dienerin ab.) Pirg. Himmel, Schuͤtz' meinen Mann vor'm grimmigen Aufidius.

Vol. Er ſchlaͤgt Aufidius Haupt ſich unter's Knie, Und tritt auf ſeinen Hals.

(Valeria tritt auf.) Pal. Ihr edlen Frauen, Euch beiden guten Tag. Vol. Liebe Freundin

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